Sonntag, 17. Februar 2019

Die besten Brötchen ever

Der Sonntag ist für viele Menschen der Tag, an dem ausgiebig gefrühstückt wird. Mit frischen Brötchen, Eiern, Saft und viel Zeit.
Die besten Brötchen habe ich in den ersten Jahren meiner Tätigkeit in besagtem Krankenhaus gegessen.
Es gab neben der Metzgerei auch eine Bäckerei mit Herrn T. und Herrn D.. Beides Bäcker aus Leidenschaft.
Diese Brötchen waren die Highlights in der Frühstückspause. Sie waren kross, sie wurden nicht pappig und sie schmeckten einfach göttlich.
Wie oft haben wir die Herren gefragt, was das besondere an ihren Brötchen ist? Immer war nur ein Lächeln die Antwort.
Es gab aber auch täglich frischen Kuchen. Damals aufgeteilt nach Vollkost, leichter Kost, "Diabeteskuchen" und fettarmer Kuchen. Die Stationen haben bestellt und in der "Brotküche" wurden die entsprechenden Tabletts fertig gemacht.
Ab und zu gab es auch Struwen, eine münsterländische Spezialität, die ich als Niederrheinerin bis dato nicht kannte, aber schätzen gelernt habe.
Der Hefeteig wurde von unseren Bäckern in großen Wannen angesetzt und ich kann mich daran erinnern, dass irgendwann nicht aufgepasst wurde und der Hefeteig sich den eigenen Weg über den Wannenrand hinaus suchte und da war Putzen angesagt.
Aber irgendwann war es mit dieser Herrlichkeit vorbei.

Dienstag, 12. Februar 2019

gelesen: „Warum Sie essen müssen, um abzunehmen“


Ernährungsmythen, die Sie getrost vergessen können

von Michael Handel; erschienen im Scorpio- Verlag; ISBN: 978-95803-234-7; Preis: 20,00€


#Werbung#  Das Buch wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt. Das hatte keinerlei Einfluss auf meine Meinung

Weihnachten und Silvester sind vorbei, die Tage werden wieder länger und neue Ernährungsratgeber kommen auf den Markt.
Der Autor holt jeden  Abnehmwilligen bereits zu Anfang mit allen Sätzen und Worten ab, die gehört werden möchten, wie „normal“ zu essen, auch mal Kartoffelsalat und Honig.
Ich habe schon lange nicht mehr so oft nach Aussagen, die in einem Buch gemacht werden, recherchiert, wie bei diesem Buch. Ein Großteil der Aussagen passt nicht zu dem, was ich in der täglichen Beratungspraxis erlebe.
Thema „Low Carb“: Der Autor lehnt das kategorisch ab.
Zitat:“ Eine aktuelle Studie zeigt auch, dass die Hirnleistung bei Menschen, die mit Low Carb abnehmen, um bis zu 30% geringer wird. Damit verlieren wir nicht nur Teile unserer Gesundheit, sondern auch noch den Verstand.“
Schlimmer geht es aber nicht, oder? 
Ja, unser Gehirn benötigt Kohlenhydrate, aber Low Carb heißt nicht No Carb.. Nach diesem Zitat müsste ein Großteil meiner Klienten dumm durchs Leben gehen.
Herr Handel bezieht sich auf Studien. Wo finde ich einen Nachweis, von welcher Studie er gerade schreibt? Für mich haben Verbraucher auch das Recht auf einen Literaturnachweis um sich selbst ein Bild zu machen.
Im Kapitel „Schluss mit dem Fitnesswahn“ werden sich viele freuen über diesen Satz:
„ Zu viel Sport macht  nicht nur krank, sondern auch dick.“
Es kommt bei allem auf das Maß an.
Weiter geht es im Buch mit den Anregungen
- ausreichend Schlaf
-maßvolle Bewegung
-Achtsamkeit
-Entspannung
….

Donnerstag, 7. Februar 2019

"So hatte ich mir eine Ernährungsberatung nicht vorgestellt"

Gestern habe ich mit einer Kollegin und Freundin gesprochen. Es ging um private Dinge, aber auch um berufliche Erlebnisse.
Sie erzählte mir, dass sich jemand bei ihr zur Ernährungsberatung anmelden wollte, der angebotene Termin war aber wohl zu weit weg.
In dieser Zeit hat sich der Klient jemand anderen gesucht.
Nach einer gewissen Zeit kam dann ein erneuter Anruf bei meiner Kollegin an, in dem dann der Satz fiel:
                           "Ich hatte mir eine Ernährungsberatung anders vorgestellt."

Es gibt jetzt verschiedene Menschen, es gibt verschiedene Beratertypen...

Wie stellt Ihr Euch eine Ernährungsberatung vor? Was muss vorhanden sein?

Es ist wichtig, dass die Chemie zwischen Klient*in  und Berater*in stimmt. Das ist für mich erst einmal das Wichtigste.
Was braucht Ihr noch? Ich freue mich über jede Rückmeldung, jeden Kommentar.
Ich bin gerade sehr neugierig.  Gibt es den idealen Berater*in?

Bildquelle: Pixabay

Samstag, 2. Februar 2019

Arbeiten mit zwei Alpha-Tieren


In meinem  zweiten Job hatte ich es mit zwei Alpha-Tieren zu tun, was die Küchenleitung angeht.
Die Küchenleitung hatte ein gelernter Koch und seine Vertretung war der Metzger des Hauses.
Ja, in diesem Krankenhaus gab es eine eigene Metzgerei und ein Bauernhof mit entsprechendem Vieh gehörte auch dazu.
Die Wochenenddienste wurden geleitet vom Koch und vom Metzger.
 
Und jeder von den beiden wollte es besser machen als der andere. Kollegialität- zwischen diesen beiden gab es das gefühlt nicht.
Nur dann, wenn Vertreterbesuch kam und die Möglichkeit bestand, ein oder zwei Fläschchen  Bier zu trinken. Heute undenkbar.
Am Wochenende wurden dann alle Tricks genutzt um das bessere Essen, speziell für die Ordensschwestern, auf den Teller zu bringen. Wer kocht die beste Sonntagssuppe, wer die bessere Herrencreme?
Ja, es gab Alkohol für die Patienten.
Ich erinnere mich noch gut an eine Herrencreme, in der mein Wochenende-Schichtleiter, der Metzger, wirklich alle Alkoholreste aus dem Lager holen ließ, die möglich waren. Rum und Eierlikör.
Wenn ich mich jetzt daran erinnere, dann war das den Patienten gegenüber grob fahrlässig. Es waren ja auch Medikamente mit im Spiel.
Aber diese Nachspeise wurde „von oben“ gewünscht, also kam sie auf den Speiseplan.
Ich habe noch nie so lustige Ordensschwestern erlebt und durch die Rückmeldung der Stationshilfen haben wir gehört, dass alle Vollkost- Patienten nach dem Mittagessen sehr gut geschlafen haben.

Das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen, die den Kampf zweier Alpha- Tiere gezeigt haben.
Ich hatte das Glück, dass ich in der meisten Zeit mit beiden Charakteren gut klar kam.
Es gab aber auch einige Situationen, da wurde es mir zu viel, da wollte ich dann weg.
Letztendlich habe ich  15 Jahre dort gearbeitet und es gibt aus dieser Zeit noch viel zu berichten.

 Bildquelle: Pixabay

Mittwoch, 30. Januar 2019

gelesen: "Das Leben ist zu kurz für später"

von Alexandra Reinwarth; erschienen im mvgverlag; ISBN: 978-3-86882-916-7; Preis: 16,99€


#Werbung# , aber das Buch habe ich selbst gekauft

Kennt Ihr das? Ihr lauft an einem Buchregal vorbei und Euch springt ein Buchtitel an?
So ist mir das mit diesem Buch ergangen. Im Grunde genommen wollte ich nur ein bisschen stöbern, aber dieses Buch musste mit.
Die Autorin hat ein Selbstexperiment gestartet. Nach der Krebserkrankung einer Freundin stellt sie sich ein imaginäres Todesdatum. 
Sie lebt also so, als wäre es ihr letztes Lebensjahr. Ihre Erfahrungen, die sie im Buch beschreibt, die haben mich sehr nachdenklich gemacht.
Wie oft verschieben wir Dinge und denken uns: "Das kann ich später auch noch tun." 

Aber was passiert, wenn es nicht mehr zu "später" kommt? 
Ich möchte jetzt nicht das Szenario heraufbeschwören, dass mir morgen jemand ins Auto fährt oder ich einen Herzinfarkt bekomme und tot umfalle.
Mit geht es um den Gedanken.
Einfach mal, auch bei Kleinigkeiten, kurz darüber nachdenken, wie ich in Situationen entscheiden würde, wenn das Leben in kurzer Zeit vorbei ist.

Meine Mutter sagt immer: "Das letzte Hemd hat keine Taschen."
Müssen wir exzessmäßig jeden Euro sparen oder sollten wir uns auch mal einen Herzenswunsch erfüllen?  Das Leben ist einfach zu kurz für später.

Mehr will ich zu diesem Buch auch nicht schreiben . Ich stelle Euch den Link für den Blick ins Buch ein und entscheidet einfach selbst.
Ich wünsche Euch eine schöne Rest- Woche  und bleibt gesund.
*Das Leben ist zu kurz für später: Stell dir vor, du hast nur noch ein Jahr - ein Selbstversuch, der dein Leben verbessern wird
 (*Affiliate-Link und für den "Blick ins Buch" o.ä.)

Samstag, 26. Januar 2019

Kollegialität


Die erste Stelle verlassen und die zweite Anstellung angetreten. Ich sollte an einem Dienstag beginnen, da laut Aussage der Oberin ein Arbeitsbeginn an einem Montag Unglück bringen sollte. ;-)
Der erste Arbeitstag war ganz anders. Zum einen hatte ich ein bekanntes Gesicht aus meiner Ausbildung und zum anderen wurde ich  von der Küchenleitung und auch den Wirtschafterinnen dort freundlich empfangen. Das Gefühl war ein ganz anderes.
Mir wurden Arbeitsabläufe erklärt, ich durfte fragen, ich wurde mitgenommen.
Nur bei einer Sache hatte ich ein komisches Gefühl, aber ich habe es als gegeben hingenommen.
Nachdem das Essen gekocht und auf den Stationen war sagte mir meine Kollegin:
„Wir gehen jetzt ins Büro und können eine kleine Pause machen. Die anderen räumen für uns auf.“

Das kannte ich weder aus meinem persönlichen Umfeld noch aus meiner Ausbildung.  Ich war es gewohnt meine produzierte Unordnung selbst zu beseitigen. Aber hier schien es anders zu sein.

Irgendwann, nach gar nicht so langer Zeit wurde meine Diätassistentinnen- Kollegin krank.
Ich wurde von den Kolleginnen zu einem  Gespräch gebeten. Ich hatte bereits im Hinterkopf um was es gehen sollte und mein Bauchgefühl hat mich da nicht getäuscht.
Es ging darum, dass andere meinen Arbeitsplatz aufräumen mussten. Es war kein Streitgespräch, mir wurde nur klar und deutlich gesagt, dass es lieber gesehen würde, wenn ich mich am Putzen beteilige. Meine Kollegin hätte das verweigert, aber bei mir hätte man das Gefühl, dass man mit mir drüber reden könne.
Ich habe mich bei diesem Gespräch nicht wirklich wohl gefühlt, aber ich wusste, dass die Kolleginnen recht hatten. Als Diätassistentin war ich nicht automatisch etwas Besseres.
Ab dem Zeitpunkt habe ich meinen Arbeitsplatz selbst geputzt, ich bekam Unterstützung wenn jemand anderes mit seiner Arbeit früher fertig war und wir konnten gemeinsam in die Pause gehen.
Der nächste Konflikt kam dann, als meine DA- Kollegin wieder gesund war. Ich musste mich positionieren. Und das habe ich dann getan.
Da war jemand richtig sauer, hat die Pause alleine verbracht und war auch nicht zugänglich für meine Argumente. 
Letztendlich hat sie nach ein paar Monaten geheiratet und ist in einen anderen Ort gezogen, hat diese Stelle gekündigt.
Ich war dann als Diätassistentin alleine, aber ich hatte die Unterstützung der (Haus-) Wirtschafterinnen, wenn sie merkten, dass ich in Zeitnot kam.
Kollegialität, die ich bei meiner ersten Stelle nicht erlebt habe.
 Bildquelle: Pixabay

Dienstag, 22. Januar 2019

„Ich habe jeden Kontakt abgebrochen“


Ein Satz, der mich sehr nachdenklich macht, den ich in den letzten Wochen häufiger gehört habe.
Es ging immer um den Kontakt zur Familie oder zu Teilen der Familie.
Für mich ist das immer schwer nachzuvollziehen, da ich mir nicht vorstellen kann den Kontakt zu irgendjemandem aus meiner Familie abzubrechen. Dazu sind wir uns einfach zu nah.

Mein Vater hat uns immer nahegelegt, dass wir nur diese eine Familie haben und ein Zitat von ihm war:
 “Die Firma muss zusammenhalten.“ 
Dieser Satz begleitet uns auch nach seinem Tod.
Aber nicht jede/r muss so ein Glück haben wie ich.
Auch Familienmitglieder können verletzen, können übergriffig werden. 
Das höre ich oft, wenn es um das Thema „Übergewicht“ geht. 
Da fallen Sätze, die seelische Verletzungen erzeugen und dann entsprechend auch Narben hinterlassen.
 Es ist nicht einfach damit getan weniger zu essen, wenn man abnehmen möchte. Manchmal steht da noch ein Hindernis im Weg, was das Vorhaben behindert.
Wenn mir solche Dinge erzählt werden, dann rate ich immer dazu, das professionell aufzuarbeiten, damit das Hindernis beseitigt wird. Mein Part ist es nicht.
In solchen Situationen ist es dann vielleicht doch besser, den Kontakt abzubrechen um mit sich selbst klar zu kommen und sich nicht Energie rauben zu lassen, die für andere Dinge benötigt werden. Diese Trennung muss ja nicht zwangsläufig für immer sein.

In diesem Sinne: Ich wünsche Euch allen einen guten Draht zu lieben Menschen.

 Bildquelle: Pixabay