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Mittwoch, 15. November 2017

Aktion" gesunde Mehrwertsteuer"

Dieses Thema treibt mich seit einigen Tagen um. Irgendetwas sträubt sich bei mir, weil es wieder einmal darum geht Menschen Lebensmittel madig zu machen und zwar über den Preis.
Aus der Pressemitteilung:
"...Bisher gilt für die meisten Lebensmittel der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent, auch
für ungesunde Produkte mit viel Fett und Zucker. Die Studie des Hamburger Ökonomen Dr.
Tobias Effertz untersucht als Alternative Szenarien mit verschiedenen Staffelungen. Am
erfolgversprechendsten und politisch realistischsten erweist sich dabei das System „Ampel Plus“ mit folgenden Steuersätzen:
- Grün 0 %:
  Obst und Gemüse
- Gelb 7 %:
  Normale Lebensmittel wie Nudeln, Milch oder Fleisch
- Rot 19 %:
   Produkte mit viel zugesetztem Zucker, Salz oder Fett wie Fertiggerichte, Chips
oder Süßigkeiten
Zusätzlich könnte der Steuersatz für die besonders gesundheitsschädlichen Softdrinks wie
Cola oder Fanta von heute 19 auf 29 Prozent erhöht werden... "

Ich weiß aus der täglichen Beratungspraxis, dass 50% der Menschen mit Übergewicht zu kämpfen hat. Diese Menschen wissen meistens wie man gesund kocht, haben eine Diätenkarriere hinter sich und sind letztendlich dadurch in der Jojo-Falle gelandet. Jede neue "Diät", die auf dem Markt aufgetaucht ist,wurde als Strohhalm genutzt und ausprobiert.
Bringt es jetzt etwas wenn Lebensmittel einfach höher besteuert werden? Wenn ich die Pressemitteilung lese, dann wurden Studien erstellt, es wurde berechnet.
Wo bleibt der Mensch mit seinen Bedürfnissen? Wer hat nachgefragt, warum es gerade in einem bestimmten Moment Süßigkeiten sein müssen, die meiner Meinung nach in diesen speziellen Momenten nicht einfach durch Möhrenstifte mit Quark-Dip ersetzt werden können?
Da wird von außen etwas aufgedrückt, was wahrscheinlich nicht greifen wird. Zigaretten werden auch weiter gekauft, trotz schrecklicher Bilder,Warnhinweisen und einem hohen Preis.
Vielleicht hinkt dieses Beispiel aber auch?
Für mich braucht es eine Begleitung von Kindesbeinen an, immer wiederkehrend über Kindergarten, Schule, Berufsleben.... Und es müssen auch die Familen erreicht werden, die sich noch nicht richtig im Bereich der gesunder Ernährung auskennen. Das muss im gemeinsamen Tun, im gemeinsamen Erarbeiten passieren, so dass erkannt wird, dass es besser ist den kompletten Süßkram zu reduzieren, sich mehr zu bewegen, Obst und Gemüse auf den Speiseplan zu bringen.
Im Grunde genommen wissen alle wovon ich schreibe.
Ich freue mich über Eure Kommentare zum Thema, Eure Meinung, Eure Erfahrungen...
Bildrechte. S. Hagedorn

Samstag, 11. November 2017

Die Schlagfertigkeitsqueen...

... live in Borken im Vennehof. Das war ein tolles Erlebnis.
Im September des letzten Jahres habe ich Nicole Staudinger und ihr Buch bereits hier vorgestellt.
Eingeladen hatte das Netzwerk der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Borken.
Ein Buch über Schlagfertigkeitstechniken zu lesen ist das eine, diese Tipps von der Autorin dann noch einmal selbst vorgestellt zu bekommen, das ist dann wirklich das Highlight.
Nicole Staudinger ist ein Wirbelwind.
Angekündigt war das Ganze als Leseshow. Es war mehr Show als Lesen. Es war witzig, es war frech (aber nicht unangenehm) und lehrreich.
Das, was wir dann wirklich zum Teil geübt haben, das bleibt auf jeden Fall besser hängen als wenn ich es nur lese. Auch aus dem Grund weil Nicole Staudinger diese Techniken garniert hat mit Erlebnissen aus ihren Seminaren und auch aus ihrer Familie.
Für mich ein rundum gelungener Abend.
Was ich nicht verstanden habe, aber vielleicht kommt da ja noch etwas:
Da hat Borken eine Spiegel-Bestseller-Autorin in der Stadt und die Borkener Zeitung fehlt. Grobes Versäumnis!
Wenn ich Euch neugierig gemacht habe, da folgen in unserem Kreis noch zwei Termine. Vielleicht ist ein Termin für Euch dabei.


Montag, 27. November im Schloss Ahaus
Donnerstag, 30. November, in der „Skylounge“ des Textilwerkes in Bocholt.

Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt an der Abendkasse beträgt fünf Euro. Da die Platzzahlen begrenzt sind, ist eine Anmeldungen per Mail zwingend erforderlich:
Stadt Ahaus, Gleichstellungsbeauftragte Sybille Großmann: s.grossmann@ahaus.de
Stadt Borken, Gleichstellungsbeauftragte Anna Grütering-Woeste: chancengleichheit@borken.de
Stadt Bocholt, Gleichstellungsbeauftragte Astrid Schupp: astrid.schupp@mail.bocholt.de

Das war ein Abend, der sich gelohnt hat, auch weil viel gelacht wurde.
Ich wünsche Euch allen ein entspanntes Wochenende.




Samstag, 4. November 2017

Wie eine App verändern kann....

Anfang September habe ich Euch die Codecheck- App vorgestellt.
Sie ist mir empfohlen worden,da ich ein bisschen aufs Palmöl schauen wollte. Warum, das habe ich hier erklärt.
Außer meiner Messenger-App ist seitdem keine App so oft im Einsatz wie Codecheck,besonders wenn ich einkaufe.
Mein Entsetzen über Kosmetikprodukte, die z.B hormonaktive Substanzen enthalten habe ich bereits beschrieben. Ein Haarwachs, das mein Friseur mir empfohlen hat, habe ich bereits zurückgegeben. Ein Duschgel habe ich entsorgt. Ich möchte so etwas nicht auf der Haut haben. All das, was ich neu kaufen muss wird gescannt.
 Auch meine heißgeliebten Gummibärchen und die Colorado-Mischung (die aus Bonn) habe ich seitdem nicht mehr gegessen. Da gibt es gute Bio-Alternativen.
Fleißig gescannt habe ich dann mal an den Tischen, auf denen die Weihnachtssüßigkeiten stehen. Da geht so gut wie nichts.
Da hilft nur selbst backen. Da weiß ich dann was drin ist.
Apropos Selbstbacken: Verratet Ihr mir Euer Lieblings-Weihnachts-Plätzchenrezept?
Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende.
Screenshot der Codecheck-App


Donnerstag, 26. Oktober 2017

Präsentismus

Ein gerne verwendetes Wort, wenn es um die Betriebliche Gesundheitsförderung oder das Betriebliche Gesundheitsmanagement geht.
Es bedeutet, dass ein Mitarbeiter zur Arbeit geht obwohl er oder sie krank ist.
Dazu kommt von der DAK auch gerade ein passender Artikel.
Mitarbeiter nach Hause schicken-im Grunde genommen die beste Lösung.
Heute war ich in unserem Ort unterwegs, war in diversen Geschäften, die nur wenige Angestellte haben. Ich denke an Bäckereifilialen, Friseure....
Da stehen verschnupfte Mitarbeiter mit roten Wangen hinter der Theke oder mit der Schere in der Hand beim Kunden.
Auf meine Frage:"Hat es Sie erwischt?" kam die Antwort:
"Ja, es hält sich schon seit vier Wochen und es geht einfach nicht weg. Aber wir stecken uns auch alle gegenseitig an. Irgendwie sind wir alle krank."
Wie ist das mit wenigen Mitarbeitern in einem kleinen Geschäft? Da ist es nicht so einfach jemanden nach Hause zu schicken, weil Termine nicht eingehalten werden können oder es wird gesagt:
"Dann müssen die anderen für mich mitarbeiten. Da habe ich ein schlechtes Gewissen."
Irgendwie ein Hamsterrad.
Das sehe ich noch als Herausforderung. Ideen zu finden,so dass Mitarbeiter ohne schlechtes Gewissen zuhause bleiben können und der Kleinstbetrieb läuft trotzdem weiter. Natürlich kann auch geschaut werden warum die Mitarbeiter nicht gesund werden. Immunsystem stärken durch gesundes Essen? Pausenkultur?
Ich schreibe dies auch, weil dann oft diese Mittelchen genommen werden, die ich hier beschrieben habe.
Das geht einfach nicht aus meinem Kopf: Ibuprofen+ grippaler Infekt erhöht das Herzinfarktrisiko um den Faktor 10.
Passt auf Euch auf!
Bildrechte: S. Hagedorn

Sonntag, 22. Oktober 2017

vorgestellt: Ernährungsmedizin Blog

Am vergangenen Wochenende habe ich Euch von meinem Pharmakologie-Seminar berichtet, was mich immer noch sehr beschäftigt.
Gleichzeit habe ich einen neuen Blog auf meiner Blogroll, sprich auf meiner Empfehlungsliste:
Ernährungsmedizin Blog
Professor Smollich bloggt jetzt auch und das sind zum Teil Themen dabei, da mag ich nicht drüber nachdenken. Aber andere Menschen beschäftigen sich damit.
An wen richtet sich der Blog?
Zitat: "Dieses Fachblog liefert wissenschaftlich fundierte Informationen zu den neuesten Entwicklungen in der Ernährungsmedizin. Dazu werden aktuelle Trends und Studienergebnisse nicht nur vorgestellt, sondern auch diskutiert, bewertet und eingeordnet. Angehörige der Heilberufe, Ernährungsfachkräfte, Journalisten und interessierte Laien finden hier eine verlässliche Informationsquelle: fundiert, kritisch und unabhängig."
Professor Smollich hat uns erzählt, dass er sich in einer Kommission um Anfragen zu solchen Themen kümmert, informiert und diese Infos an den Fragesteller gibt oder auch im Blog veröffentlicht. Es handelt sich also um Themen, die von Patienten an Ärzte herangetragen werden oder halt auch von Ernährungsfachkräften.
Er stellt kostenlose Infomaterialien zum freien Download zur Verfügung, die auch verbreitet werden dürfen,natürlich mit korrekter Quellenangabe.
All denjenigen, die Medikamente nehmen empfehle ich den Download aus diesem Blogbeitrag. Medikamente "fressen" nämlich auch Mineralien. Da sind dann regelmäßige Kontrollen notwendig.  Sucht Euch einfach das Wort "hier" und der Download startet.
Sollte der Arzt das nicht glauben, dann nehmt die PDF mit. Ich werde in meiner Beratung diese Infos auch verstärkt mit einfließen lassen.
Wer diese Thematik interessant findet und auf dem neuesten Stand sein möchte, der kann das Blog bzw. neue  Beiträge per Mail abonnieren.
Ich habe da noch zwei Anmerkungen für den Autor, was das Handling und das Wording angeht.
Ich bevorzuge es, wenn sich neue Beiträge in einem neuen Fenster öffnen. Damit meine ich, dass z.B. nach dem Schließen einer PDF nicht die komplette Seite geschlossen wird, sondern das ich wieder bei meinem Ursprungsbeitrag ankomme. Das müsste eine Einstellungssache sein.
Zielgruppe sollen auch interessierte Laien sein.
Mir stellt sich die Frage ob diese Laien mit Worten wie z.B "Dygeusie" etwas anfangen können?
Google wird das schnell erklären können, aber warum nicht auf Dauer eine Art "Glossar" ?Ich freue mich über jeden Beitrag, manchmal muss ich dann doch lachen bzw. es schüttelt mich dann doch. Beispiel : Kapseln mit Eiern des Schweinepeitschenwurms

Ach ja, Der Blog ist auch bei Facebook zu finden.
Bildrechte: Prof. Dr. Martin Smollich



Mittwoch, 18. Oktober 2017

In Bewegung gekommen

In einem Blogbeitrag vom Juli diesen Jahres habe ich Euch erzählt, dass ich endlich etwas für die Muskulatur tun muss.
Bedingt durch die Sommerferien und die Urlaubszeit hat es mit der Umsetzung etwas länger gedauert, aber ich bin jetzt fleißig.
In der Praxis für Physiotherapie Dommerholt  wird Medical Fitness angeboten.
Was mich daran angesprochen hat ist, dass ich nach gelungener Einweisung dann trainieren kann, wenn ich es möchte, also z.B. in der Mittagszeit. Das ganze Training nimmt dann ungefähr eine Stunde in Anspruch.
Bevor ich ins Training gehen konnte wurde ein Test gemacht. Es ging um Beweglichkeit und Kraft.
Beweglich bin ich, alles gut, aber mit der Kraft, da hapert es. Bauch- und Rückenmuskulatur- die müssen trainiert werden. Nacken und Beine kommen noch dazu. Meine "Bemühungen" wurden computerunterstützt ausgewertet und so dann der Trainingsplan aufgestellt. Virtuell.
Jannick, mein derzeitiger "Drillinstructor"(ist nicht böse gemeint ;-)), erklärt mir die Übungen, erklärt mir die Geräte, greift ein, wenn es nötig ist. Ich fühle mich da nicht alleine gelassen und ein bisschen Käbbelei macht auch noch Spaß.
Etwas auf Kriegsfuß stand ich zu Beginn  mit diversen gelben Hebeln, die man ziehen oder drücken muss. Mein Ehrgeiz ist es alleine trainieren zu können und dann auch zu den Zeiten, wenn ich es möchte. Und das wurde mir heute gestattet. ;-)
Wobei ich weiß,dass immer jemand kontrolliert und wenn es dann doch hakt bin ich nicht alleine.
Nach dem ersten Training bin ich wirklich mit Pudding in den Beinen aus der Praxis gelaufen. Am Nacken habe ich Muskeln gespürt, die ich bisher noch nicht wirklich kannte.
Ich habe aber ein gutes Gefühl dabei. Und was noch wichtiger ist: Mir macht es Spaß.
Vielleicht noch für andere eine Möglichkeit zu trainieren und endlichdas Ende der langen Bank zu erreichen,auf die wir gerne so Einiges schieben.

Sonntag, 15. Oktober 2017

fortgebildet: Aufbauseminar Pharmakologie

Ich bin gerade dabei meine Unterlagen vom Aufbauseminar "Pharmakologie für die ernährungstherapeutische Praxis-Arzneigruppen mit Ernährungsbezug" zu sortieren und die dazugehörigen Notizen zu sichten.
Eine gute Gelegenheit um Euch einige Erkenntnisse und Aha-Erlebnisse aufzuschreiben,bevor die Sonne uns heute nachmittag noch einmal verwöhnen wird.
Dozent, war, wie im vergangenen Jahr, Prof. Dr. M. Smollich. Schon im letzten Jahr hat mich diese Thematik richtig angepiekt und nach diesem Aufbauseminar möchte ich meine Klienten noch mehr für Wechselwirkungen etc. senibilisieren. Ob ich diese Thematik beim Arzt unterbringen kann-Ich werde es sehen. Bei mir geht das Patientenwohl vor.
Folgende Themen sollten besprochen werden:
  • Diabetes (insuline & Antidiabetika)
  • Adipositas (Appetitzügler)
  • Fettstoffwechselstörungen (Choesterinsenker)
  • Gicht (Gichtmittel)
  • Gastritis & Ulkuserkrankungen (Antazida und Protonenpumpenhemmer)
  • Obstipation und Diarrhö (Laxanzien und Antidiarrhoika)
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen (aktuelle Therapiekonzepte
Vorneweg: Adipositas und Gicht haben wir in den zwei Tagen nicht besprochen. Die Zeit reichte einfach nicht. Prof. Smollich hat im Vorfeld die Themen abgefragt, die von uns Teilnehmerinnen favorisiert wurden. Da kamen diese Themen zum Schluss. Ich habe die Unterlagen dazu aber hier und werde das für mich nacharbeiten. Ihm war es auch wichtiger unsere Fragen zu beantworten.
Was ich schön fand war, dass ich die meisten Teilnehmerinnen vom Vorjahr kannte. Das lockert die Seminaratmosphäre direkt schon mal auf.
Gestartet sind wir mit den Fettstoffwechselstörungen.
Da gibt es so viel zu beachten. Ich habe mittlerweile viele Medikationspläne gesehen. Meist steht ein Diuretikum mit auf dem Plan. Wenn diese Mittel eingesetzt werden ist zu beachten, dass die Konzentration von anderen Substanzen, z.B. der Harnsäure steigt und einen Gichtanfall auslösen  kann oder wenn sich die Thrombozyten erhöhen steigt das Risiko für eine Embolie oder einen Infarkt. Dementsprechend können natürlich dann auch die Trigyceride und das LDL ("böses Cholesterin" ;-))ansteigen. Diuretika sollten einschleichend eingesetzt werden, also langsam mit geringen Mengen anfangen und dann steigern. Ist das gängige Praxis?
Wichtig zu wissen ist, dass es unter Statinen zu sog. Myopathien = muskelkaterartige Schmerzen im Inneren der Extremitätenmuskeln kommen kann. Wer (ältere) Menschen im Haus wohnen hat oder auch in der Beratung sollte abgefragt werden, ob es unter Statinen solche Beschwerden gibt.Meist werden dann Knochenschmerzen genannt.
Das muss kontrolliert werden,evtl. muss die Medikation geändert werden.
Und ein Satz ist auch wichtig:"Es gibt keinen Prozess, der nicht durch Statine gehemmt wird"
Das soll aber nicht heißen, dass Statine schlecht sind. Sie müssen richtig angewendet werden.
Und ganz wichtig: Statine und Fibrate(gegen erhöhte Triglyzeridwerte) dürfen nicht kombiniert werden!!!
Nächstes Thema :Ulkus und Gastritis
Natürlich waren die Protonenpumpenhemmer (PPI) da großes Thema. In der Geriatrie kritisch zu sehen und keine Anwendung über 8 Wochen. Es sollte bei längerfristiger Einnahme mindestens 2 mal im Jahr eine Kontrolle auf B12 (eine Standarddosis reduziert die Aufnahme von B12 um 70%), Magnesium, Calcium und Eisen.
Die Infektionsrate erhöht sich duch die erniedrigte Magensäure und Darmbakterien (Clostridium diff.) können zu Pneumonien führen. Diese können kniffelig werden, da die alltäglichen Antibiotika evtl. nicht anschlagen, da es sich um Bakterien handelt, die normalerweise in der Lunge nicht zu finden sind und keiner im Akutfall daran denkt.
Im Seminar kam es immer wieder zu Exkursen in andere Bereiche. Ein Thema,bei dem uns allen die Kinnlade runtergefallen ist und was uns auch am Ende dieser zwei Tage beschäftigt hat, war, dass Ibuprofen bei einem grippalen Infekt nicht eingesetzt werden darf, da es das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall um das 10fache erhöht. Und diese Wirkung hält noch längere Zeit nach. Schaut in Euren Medikamentschrank, welche Grippemittel sich dort vielleicht finden,die frei verkäuflich sind, die aber Ibuprofen enthalten. Gönnt Euch lieber Ruhe, bleibt im Bett und kuriert den grippalen Infekt aus. Auch ACC als Schleimlöser wirkt in den Bronchien nicht. Die einzige Schleimhaut, die es auflöst, ist die Magenschleimhaut. Hier hilft eigentlich nur Inhalieren.
Zum Thema Diabetes möchte ich kurz anmerken, dass Metformin ebenfalls den Vitamin B12- Spiegel reduziert, aber es ist nach Lebensstilveränderungen das Mittel der ersten Wahl.
Und dann die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie M. Crohn und Colitis ulcerosa.
Wenn solche Patienten Schmerzen (auch Kopfschmerzen o.ä) haben,dann ist Vorsicht geboten. Niemals die sog.NSAR (ASS, Dicofenac oder Ibuprofen) nehmen. Diese Substanzen können einen Schub auslösen.
Was ich Euch mit auf den Weg geben möchte: Wer längerfristig Medikamente nehmen muss oder meint nehmen zu müssen: Lasst regelmäßig Eure Blutwerte kontrollieren oder fragt nach ob bestimmte Mittel (z.B. PPI) überhaupt noch sein müssen. PPI müssen ausgeschlichen werden!!!
Ich habe natürlich noch viel mehr Input bekommen. Das werde ich weiterhin in meine Beratung einfließen lassen.
Das Frage, die meine Mitstreiterinnen und von ich uns gestellt haben war letztendlich:"Warum ist solch ein Seminar keine Pflicht für Ärzte"
Kolleginnen, die mit in diesem Seminar waren, dürfen gerne ergänzen. Das würde mich freuen.
Für alle Leser gilt: Passt auch Euch auf und bleibt kritisch!