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Freitag, 20. Juli 2018

Ich kann die Welt nicht retten

Das kommt immer mal wieder vor, dass ein Klient keine Ernährungsumstellung, auch aufgrund einer Erkrankung, nicht wünscht. Ich glaube, jede Kollegin, jeder Kollege weiß, wovon ich spreche.
Da ist das Essverhalten mehr als schlecht, eine Mangelernährung ist schon zu erkennen, aber eine vorgeschlagene Ernährungsumstellung ist nicht gewünscht. Da kann ich noch so kleine Schritte anbieten, wenn ein Nein kommt, dann heißt das Nein. Im Blog von Natalia Fistera gibt es einen Beitrag, der heißt:"Nein ist ein ganzer Satz".
Auch schon erlebt: Nach bariatrischer Op den BMI nicht gesenkt sondern weiter erhöht.
Natürlich stelle ich mir dann die Frage:
"Warum nicht? Durch eine Ernährungsumstellung ist es doch einfach etwas zu tun."
Ja, für uns. Für den Klienten gerade mal nicht. Vielleicht gibt es noch andere Probleme und das Essen ist zweitrangig?
Ich muss mich da dann auch rausnehmen und mir sagen, dass jeder Mensch für sich und für seine Gesundheit selbst verantwortlich ist.Eigenverantwortung, Selbstbestimmung.
Ich sehe mich als Unterstützer, als Ratgeber. Aufdrücken (dummes Wort), das steht mir nicht zu.
Ich wünsche allen ein wunderschönes Wochenende und bleibt gesund.
Bildquelle:Pixabay

Donnerstag, 12. Juli 2018

Wenn auf einmal Tränen fließen


Ja, das passiert gelegentlich während eines Beratungstermins und das ist für mich in Ordnung.
Oft sind es kleine Fragen, die einen Damm brechen lassen, oft bei Klienten, die wegen Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Reizdarm oder anderen Magen-Darm- Problemen Termine absprechen.
Denen ist im wahrsten Sinne des Wortes etwas „auf den Magen geschlagen“ , „die Galle ist übergelaufen“ , da muss etwas verdaut werden.
Ich kann mich noch gut an meine erste Beratung erinnern, als Tränen flossen. Das ist lange her und ich habe mich hilflos gefühlt. Mittlerweile bin ich froh, wenn es passiert, denn dann kann ich Rückmeldung geben auf das, was da Bauchschmerzen macht. Familienmitglieder, die Grenzen überschreiten oder Arbeitskollegen, die durch ihr Tun oder durch ihre Art den Arbeitsalltag vermiesen.
Das bleibt dann aber nicht auf dem Schreibtisch liegen. Das geht mit nach Hause und arbeitet weiter, bei vielen halt im Bauch.
Ich bin dann zwar nicht die Richtige, die das Problem lösen kann, aber ich kann Rückmeldung geben oder einfach nur zuhören.
Außerdem zeigt es mir, dass da jemand Vertrauen hat und das fühlt sich gut an.
Wie geht Ihr mit solchen Situationen um? 
Bildrechte: S. Hagedorn