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Mittwoch, 24. Februar 2021

Solidarität mit Einzelhandel, Gastronomen.. mit allen, die es brauchen

Ein Wort, das seit über einem Jahr verstärkt benutzt werden, seit dieser Zeit seitdem uns das Coronavirus überfallen hat.
Zuallererst möchte ich klarstellen, dass ich nicht jede Regelung unserer Regierung verstehe.
Was ich weiß ist, dass ich mit diesen Menschen nicht tauschen möchte, denn kein Mensch hat eine Pandemie erlebt und weiß damit richtig und korrekt umzugehen.
Es gibt keinen Arzt, der von der Spanischen Grippe berichten kann, aber ich glaube ich wiederhole mich da. Sei´s drum.
Schimpfen, Meckern, - für mich keine Option. Bessermachen bitte!!!!


Wir sollen uns solidarisch verhalten um die alten Menschen zu schützen. Da gehe ich mit. Ich habe eine Mutter und eine Schwiegermutter, die zur Hochrisikogruppe gehören.
Nach unserem Netzwerktreffen in Fulda habe ich auch nicht wirklich verstanden warum dieses Hotel schließen musste. Ich habe mich dort absolut sicher gefühlt.
Aber jetzt möchte ich gerne mal in Kleinigkeiten gehen. Es ist schnell der Hashtag #alarmstuferot ( in diesem Fall für Borken, unserer Kreisstadt)der Einzelhändler ins Instagram-Profil gestellt. Aber was bringt diese Bildchen den Einzelhändlern? In dem Moment wahrscheinlich absolut nichts, es sei denn ich lasse dem Hashtag wirklich Taten folgen.
Dann rufe ich mal nicht die Website des großen Online-Versandhändler wie z.B. Amazon auf, sondern schaue nach ob ein Händler in meiner näheren Umgebung Click& Collect  anbietet. In einem Fachgeschäft zu bestellen und dann zu kaufen, das kann natürlich auch mal teurer sein.
Noch ein anderes Beispiel, was mit meinem Beruf zu tun hat. „Corona“ ist in Beratungsgesprächen mittlerweile auch immer irgendwie Thema. Auch da wird dann oft angemahnt, dass so viel Händler, Gastronomen wahrscheinlich vor dem „Aus“ stehen. Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass in der Küche die Verpackung einer Fertigpizza liegt. 

"Solidaritätsgedanke":
Ich bestelle meine Pizza beim „Pizzamann“ meines Vertrauens. Da stimmt es dann auch mit der Qualität, Zusatzstoffe kann ich wahrscheinlich auch mit der Lupe nicht finden. So kann ich mir das auch für andere Bereiche vorstellen. Einfach mal recherchieren was in Eurer Umgebung angeboten wird.
Meine Beispiele sind Mikrotröpfchen auf dem Riesenberg, aber ich muss das ja nicht alleine machen.
Wenn sich jede/r von uns Gedanken für seinen persönlichen Bereich macht und diese Gedanken dann auch umsetzt können wir unterstützen. Für meinen Friseur habe ich bereits eine Idee.😉
Kommt weiter gut durch die Woche.




Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Mittwoch, 17. Februar 2021

Gemeinsam stark!

 
Am vergangenen Sonntag war ich ja etwas auf Konfrontationskurs mit dem Valentinstag. Aber das Leben ist nun mal kein Ponyhof, das hält sich nicht an „Kalender-Feiertage“.
Ich hatte ein schönes Beispiel versprochen, das kommt jetzt. Es ist schon länger her, aber es hat mich sehr beeindruckt.
Ich hatte vor einigen Jahren eine Patientin mit der Diagnose „Krebs“ in der Beratung. Sie war Anfang 70 und wirkte am Telefon sehr klar auf mich. Sie wollte etwas für sich tun und sie war der Meinung, dass eine vernünftige Ernährung etwas dazu beitragen kann. Wir haben einen Termin abgesprochen.
Es kam die Frage ob es mir etwas ausmacht, wenn ihr Mann auch bei der Beratung dabei wäre?
Dagegen spricht bei mir nie etwas.
Ich stand pünktlich zum Termin vor der Haustür, habe geklingelt und der Mann hat mir die Tür geöffnet. Er sagte nur, dass er seiner Frau gesagt habe, dass sie sich mal auf die Beratung konzentrieren soll. Er würde den Rest erledigen und natürlich wollte er auch wissen, wie er unterstützen kann.
Seine Frau lag auf dem Sofa, sie wurde liebevoll in das Kissen zurück gedrückt mit dem Satz:“Du bleibst liegen. Ruh dich aus.“
Ich wurde mit Wasser versorgt und dann hatte ich das Paar vor mir. Er saß neben seiner Frau, hielt ihre Hand. Über die Inhalte der Beratung möchte ich hier gar nicht eingehen. Kolleg*innen kennen sich da aus.
Das Ganze war mit so viel Fürsorge verbunden. Es war absolut kein Problem, dass wir am Essen und Trinken etwas verändern mussten. Beim Ehemann ging alles in die Richtung:“ Ich mache alles mit, Hauptsache meiner Frau geht es gut“
In solchen Krisensituationen (jede Krankheit ist für mich eine Krise, egal ob groß oder klein) braucht es die Unterstützung des Partners. Das vermittelt ein gutes Gefühl und macht stark für die Therapie die es zu bewältigen gilt.
Mit diesem Paar hatte ich noch zwei Termine. Der Tumor war operabel, eine Chemotherapie war nicht nötig, aber die eine  Bestrahlungstherapie. Bei allem agierten die beiden als Paar. Das macht stark und verbindet noch mehr.
Vor einigen Jahren habe ich die beiden wieder getroffen. Sie gingen händchenhaltend spazieren. Ihr ging es gut. Sie galt als geheilt.
Das macht mir deutlich wie viel man gemeinsam erreichen kann ganz im Gegenteil zum dominanten Mann.
Zusammenhalten, auch in Krisensituationen, das macht stark. 


 



Bild von Pexels auf Pixabay

Freitag, 7. Juni 2019

Definition "Netzwerk"


Diese Frage kam im letzten Existenzgründer- Workshop auf, den ich gemeinsam mit Birgit Blumenschein in Münster gebe.
Netzwerken, ein Netzwerk ist für mich einfach essentiell, aber ich habe auch gemerkt, dass es individuell interpretiert wird, je nach Hintergrund.
Es gibt unterschiedliche Netzwerke, wie z.B. das familiäre Netzwerk, ohne das ich meine freiberufliche Tätigkeit nicht stemmen könnte.
Es gibt Stammtische/ Treffs, zu denen sich freiberuflich tätige Diätassistenten treffen und austauschen.
Dann die sozialen Netzwerke, die im virtuellen Raum ein gutes Tool zum Marketing sind.
Marketing ohne Netzwerk- das kann schwierig werden. Netzwerk bedeutet ja auch Menschen zu kennen, die wiederum andere Menschen kennen….

Wie definiere ich persönlich Netzwerken? Für mich ist es ein Geben und Nehmen, eine Interaktion mit verschiedenen Menschen, Personengruppen, wobei das Geben am Beginn steht und ich dann aber auch das Recht in Anspruch nehme mir aus diesem Netzwerk zu „nehmen“. 
Nur „Reinbuttern“, so dass immer nur andere profitieren, das funktioniert mit mir nicht.

Eine ganz tolle Definition von Netzwerk mit 12 Punkten habe ich im Newsletter der 
W.I.N Community Deutschland gefunden, die im Betreff stehen haben:
„Nie GEGENseitig helfen sondern und uns miteinander bewegen“ und sich dem Hashtag #gemeinsamistdasneueEgo angeschlossen haben.

Mitglieder dieser Community stehen für:

 1.    Alle Beteiligten einer Kooperation auch Teilhabe erfahren. Konkret: Nur Projekte in denen echter Mehrwert und echte Partizipation gelebt werden kann, werden unterstützt.
2.    Man begegnet sich auf Augenhöhe. Unwissenheit wird aufgeklärt und Angebote nach Bedarf, nicht nach der gedrückten größten Umsatzmöglichkeit gestellt.
3.    Wir unterstützen niemanden, der unter Druck, Masche, Manipulation und ausnutzen von Unwissenheit verkauft
4.    Wir stehen für klare Kommunikation. Mauscheleien hinter dem Rücken, um „unsichtbare“ Geschäfte zu etablieren, entsprechen nicht der W.I.N Community Deutschland
5.    Wertschätzung und Respekt in Form einer Kommunikation, die erlaubt, dass Jede so sein darf, wie sie ist.
6.    Arbeit und Dienstleistung wird wertgeschätzt, Rechnungen werden kurzfristig beglichen und Vereinbarungen so ausgearbeitet, dass auch die augenscheinlich „kleinere“ überlebt.
7.    Ein klares Nein zu Geschäftsgebaren, die nur einseitig ausgerichtet sind.
8.    Ein klares Ja zu Miteinander und Füreinander.
9.    Unterstützung und zeigen der inneren Mission einer jeden Einzelnen, in dem Wissen, dass jedes Puzzleteil in dieser Haltung die Gemeinschaft und somit wieder jede Einzelne nach vorne bringt.
10.    Den Worten auch Taten folgen lassen.
11.    Differenzierung zwischen Ausgabe, weil man Lust auf das Projekt hat, und Investition, weil man es braucht fürs eigene Business. Klare Darstellung des Mehrwerts, sodass die Entscheidungen von Geschäftspartnern frei getroffen werden können und nicht unter Druck „Jetzt kommt mein Durchbruch“ passieren.
12.    Das eigene Business nie auf dem Rücken anderer aufbauen.



Und jetzt wieder den Bogen gespannt zur Freiberuflichkeit mit diesen 12 Punkten im Hinterkopf.

Wer solch ein Netzwerk im Rücken hat, das diese oder ähnlich formulierte Ziele für sich definiert, da kommt dann Unterstützung aus den verschiedensten Richtungen. Es muss ja nicht immer nur aus den eigenen beruflichen Reihen kommen. 
Einen Physiotherapeuten in meinem eigenen Netzwerk, der weiß, wie ich arbeite und diese Arbeit gut findet, kann für mich auch eine Unterstützung sein Multiplikator sein. Er wäre nicht in meinem Netzwerk, wenn ich seine Arbeit nicht schätzen würde. So spinnt sich dann ein Netz. Und das gehört für mich dann auch zum Marketing.
Und noch in Wort, was jede/r für sich definieren sollte: Sind „Kontakte“ bereits ein Netzwerk?
Wenn ich einen Physiotherapeuten kenne (um beim Beispiel zu bleiben) gehört dieser dann auch zu meinem Netzwerk?
Zum Abschluss meine Frage an Euch: Was sind die wichtigsten Netzwerke in Eurem Tun? 

Durch wen oder was erfahrt Ihr Unterstützung, Rückhalt? Schreibt es mir.

Bild von bella67 auf Pixabay

Sonntag, 19. Mai 2019

Worte können Pfeile sein…


…und Pfeile tun weh.

Warum schreibe ich jetzt darüber? Weil ich eine Dame in der Beratung kennengelernt habe, die mir einige Dinge erzählt hat und mir das wieder vor Augen geführt hat. 

Diese Dame hat den Brustkrebs und die nachfolgende Therapie gut überstanden, so gut es halt geht.
Sie hatte vom Arzt eine Notwendigkeitsbescheinigung bekommen.
Beratungsgespräch- alles gut. Themen wurden besprochen.

Irgendwie saß sie aber vor mir wie ein Häufchen Elend und auf Nachfrage, ob ich noch etwas für sie tun könne hat sie mir dann von ihren Erlebnissen in ihrem Ort, in der Nachbarschaft erzählt.
Frauen gehen ihr beim Einkaufen aus dem Weg. Männer wären da noch rigoroser.
Ein Satz ist mir in Erinnerung geblieben.
„Dafür, dass du Krebs hast, siehst du aber noch gut aus.“

Und dann die Rat“schläge“, die aus jeder Ecke kommen. Ja, diese wohlgemeinten Tipps können auch wie „Schläge“ wirken, wenn sie gerade nicht passen.
Es ist wohl die Sprachlosigkeit, die Unsicherheit, wie man mit einem Menschen umgehen soll der eine schwere Erkrankung durchlebt oder durchlebt hat. 

Was braucht solch ein Mensch? Keine Negativerlebnisse aus der eigenen Verwandtschaft/Bekanntschaft.
Vielleicht auch eher mal ein Schweigen oder das ehrliche Bekenntnisse:“ Ich weiß gerade nicht was ich sagen soll.“ Oder einfach nur:“ Wie geht es dir?“
Diese Dame hat mir noch einen anderen Satz erzählt, den sie als positiv empfunden hat, obwohl er aus einer Unsicherheit entstanden ist.
„Du hast aber schicke Schuhe an.“ Das war etwas, was sie gerade gebrauchen konnte. ;-)

Menschen mit (schweren) Erkrankungen möchten einen normalen Umgang, möchten vielleicht auch mal gefragt werden, ob man irgendwie unterstützen kann.
Bei allem gilt aber: „Erst denken, dann reden.“
Euch allen einen schönen Rest- Sonntag und bleibt gesund.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Grenzen kennen


Die Ernährungstherapie hat auch Grenzen, wobei unterstützend kann sie immer eingesetzt werden. Wobei dies manche Ärzte noch immer nicht erkennen, aber es wird mehr.
Mich hat ein Patient angerufen mit der Bitte um Hilfe wegen massiver Darmprobleme. Ein Krankenhausaufenthalt wegen Ileus (Darmverschluss) ist schon mehrere Male notfallmäßig erfolgt.
Einige werden jetzt bei den ersten Infos denken: Okay, Darmverschluss, zu wenige getrunken, zu wenig Ballaststoffe, vielleicht auch zu wenig Bewegung.
Nein, da war noch viel mehr. Der Klient bekommt seit Jahren Morphin und unter dieser Therapie kann es, auch wenn Laxantien (Abführmittel) gegeben werden, immer wieder eine Obstipation (Verstopfung) vorkommen.
Ich berate mobil, war bei dem Klienten zuhause. So viel „Elend“ (ich nenne es einfach mal so) braucht man nicht jeden Tag. Beatmung durch die Luftröhre inkl. Schläuchen mit einer Länge, dass jemand in der Wohnung beweglich ist,  Krankenbett  und eine Schublade voller Medikamente.
Erste Hürde für mich: Appetitlosigkeit.
Wie will man jemanden zum Essen bewegen, der keinen Hunger hat und der auch nicht alles verträgt?
Wir haben dann gemeinsam die Empfehlungen, die es für einen solchen Krankheitsfall gibt, durchgesprochen und sind zu kleinen Zielen gekommen, wie zum Beispiel viele kleine Mahlzeiten immer wieder über den Tag verteilt.
Letztendlich sind mir im Medikationsplan noch ein paar Dinge aufgefallen, die man dem Arzt in einem Beratungsbericht schreiben kann.
Was macht langjährige Gabe von Protonenpumpeninhibitoren oder auch Antibiotika?
Ich habe für mich da eine Grenze gesehen. Wie oben schon beschrieben: Ernährung, Lebensmittel können hier unterstützen, wenn die Umsetzung möglich ist. 
Es sind aber noch andere Baustellen zu bearbeiten, aber diese Baustellen sind durch den Arzt zu erledigen.
Bleibt gesund!
 Bildquelle:Pixabay

Freitag, 20. Juli 2018

Ich kann die Welt nicht retten

Das kommt immer mal wieder vor, dass ein Klient keine Ernährungsumstellung, auch aufgrund einer Erkrankung, nicht wünscht. Ich glaube, jede Kollegin, jeder Kollege weiß, wovon ich spreche.
Da ist das Essverhalten mehr als schlecht, eine Mangelernährung ist schon zu erkennen, aber eine vorgeschlagene Ernährungsumstellung ist nicht gewünscht. Da kann ich noch so kleine Schritte anbieten, wenn ein Nein kommt, dann heißt das Nein. Im Blog von Natalia Fistera gibt es einen Beitrag, der heißt:"Nein ist ein ganzer Satz".
Auch schon erlebt: Nach bariatrischer Op den BMI nicht gesenkt sondern weiter erhöht.
Natürlich stelle ich mir dann die Frage:
"Warum nicht? Durch eine Ernährungsumstellung ist es doch einfach etwas zu tun."
Ja, für uns. Für den Klienten gerade mal nicht. Vielleicht gibt es noch andere Probleme und das Essen ist zweitrangig?
Ich muss mich da dann auch rausnehmen und mir sagen, dass jeder Mensch für sich und für seine Gesundheit selbst verantwortlich ist.Eigenverantwortung, Selbstbestimmung.
Ich sehe mich als Unterstützer, als Ratgeber. Aufdrücken (dummes Wort), das steht mir nicht zu.
Ich wünsche allen ein wunderschönes Wochenende und bleibt gesund.
Bildquelle:Pixabay