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Dienstag, 31. Dezember 2013

Das Wort "Diät"

Ich bin von Beruf "Diätassistentin" und das ist auch gut so. :-)
Aber in den letzten Monaten höre ich immer wieder, speziell dann, wenn es um Werbung und Marketing geht, dass man das Wort "Diät" doch lieber nicht verwenden solle, da es zu negativ besetzt sei.
Dabei ist das Wort, der bedeutung nach, ein sehr schönes Wort.
Ich zitiere aus Wikipedia:
"...Die Bezeichnung Diät kommt von griechisch δίαιτα (díaita) und wurde ursprünglich im Sinne von „Lebensführung“/„Lebensweise“ verwendet. Die Diätetik beschäftigt sich auch heute noch wissenschaftlich mit der „richtigen“ Ernährungs- und Lebensweise..."
Ich beschäftige mich also von berufswegen mit der Lebensweise anderer Menschen, aber auch mit meiner eigenen.
Warum hat das Wort so eine negative Bedeutung?
Es kommen da immer solche Sätze wie:
  • Das schmeckt nicht.
  • Ich werde nicht satt.
  • Ich darf keine Süßigkeiten mehr essen.
  • Es wird alles verboten.
Wer eine richtige Diätberatung nach moderne Kriterien durchführt,  der arbeitet nicht mit Verboten. Da wird mit dem gearbeitet, was da ist, was mein Gegenüber möchte und dann wird gemeinsam erarbeitet, was machbar ist.
Ich wünsche allen Lesern jetzt einen guten Rutsch ins Jahr 2014 und eine "gute Diät" in der wahren Wortbedeutung. :-)

Bildquellenangabe: Rita Köhler  / pixelio.de

Sonntag, 29. Dezember 2013

Der Weg zur (Ernährungs-)Beratung

In den Tagen vor Weihnachten habe ich festgestellt, dass es viele Menschen gibt (darunter auch Ärzte), die nicht wissen, dass es die Möglichkeit gibt  eine Diätberatung verordnet zu bekommen oder zu verordnen.
Wichtig: Es muss eine medizinische Indikation vorliegen.
Dann sind viele Krankenkassen bereit sich anteilig oder komplett  an den Kosten zu beteiligen.
Aber wie kommt man jetzt dorthin?
Wie bei allem ist der Weg mit etwas Bürokratie gepflastert.
Ein Beispiel, an dem ich mich entlang hangeln werde:
Diagnose: Adipositas, Hypertonie, Diabetes Typ 2
Das ist eine Diagnose, die oft gestellt wird, aber die einzelnen "Komponenten" reichen auch schon aus um eine Diätberatung  verordnet zu bekommen.
Der Arzt stellt im allerbesten Fall ein Formular namens "Ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung" aus oder ein Rezept, auf der die Diagnose vermerkt sein muss. Diese Bescheinigung ist budgetneutral.
Mit diesem Rezept geht man jetzt zur Krankenkasse und lässt sich einen Ernährungstherapeuten empfehlen (es sollten minimal zwei Berater auf der Liste stehen) oder man lässt eine Suchmaschine tätig werden. Die meisten Ernährungstherapeuten haben eine Homepage, so dass ein erster Eindruck gewonnen werden kann.
Dann kann angerufen werden. Meist mit der Bitte um Erstellung eines Kostenvoranschlags.
Der muss dann mit der Verordnung des Arztes bei der Krankenkasse eingereicht werden. Die prüft dann und meist kommt nach kurzer Zeit ein Brief ins Haus in dem dann aufgeführt ist, wie viele Termine mit wie hohem Anteil bezuschusst werden.
Wichtig zu wissen ist: Für diättherapeutische Beratungen (d.h. Beratungen bei kranken Menschen) muss eine Zertifizierung vorliegen. Durchführen darf eine Beratung dann auch nicht jeder. Diätassistenten und Oecotrophologen sind die, die bei den Krankenkassen anerkannt sind. Dazu kommen dann noch die Ernährungsmediziner.
Und: Die Bezuschussung ist eine KANN-Leistung! Die Krankenkassen sind nicht verpflichtet zu unterstützen, aber sie tun es meistens. :-)
Bildquellenangabe: Matthias Preisinger  / pixelio.de 

Dienstag, 24. Dezember 2013

Frohe Weihnachten

Heute ist Heiligabend. Hier ist es noch relativ ruhig, wenn man davon absieht, dass es draußen stürmt wie zu besten Herbstzeiten.
Ich möchte einfach "Danke" sagen für das vergangenen Jahr.
Danke an all die lieben Menschen, die ich bereits kannte und die mich auch in diesem Jahr begleitet haben.
Danke an die, die neu dazu gekommen sind und die mir wichtig geworden sind und denen ich auch wohl wichtig geworden bin.
Es ist viel passiert. Vieles davon habe ich hier auch aufgeschrieben, denn oft greift das Private ins Berufliche.
Gerade in den letzten Tagen hat sich noch etwas aufgetan, über das ich berichten werde, wenn es spruchreif ist.
Dann ist mir da gestern durch den Blog von Susanne Ackstaller eine Idee gekommen, die ich vielleicht zum Ende des nächsten Jahres umsetzen möchte.
Aber bis dahin ist es noch ein paar Tage.
Ich wünsche Euch allen eine schöne Weihnachtszeit, nutzt sie zur Erholung und ich freue mich auf das nächste Jahr.

Bildquellenangabe: Lupo  / pixelio.de

Donnerstag, 19. Dezember 2013

gelesen:"KetoKüche zum Genießen"

erschienen bei Systemed.
Autorinnen: Bettina Matthaei und Ulrike Gonder.
Die ketogene Kost wird seit rund 100 Jahren eingesetzt. Mir ist diese Kostform bekannt durch die Ernährung bei Kindern mit Epilepsie.
Auch bei "..Krebserkrankungen, Alzheimer, Demenz und anderen neurodegenerativen Erkrankungen (Quelle: Klappentext) soll diese Kostform unterstützend wirken,"... genauso wie beim Abnehmen.
Wie soll es funktionieren: Viel Fett und wenig Kohlenhydrate. Maximal 20-50g Kohlenhydrate.
Das ist in unserer Zeit, in der noch hauptsächlich fettreduziert gegessen wird in der Umsetzung nicht einfach.
Auch auf die richtige Auswahl der Fette kommt es an.
Von den Autorinnen wird Kokosöl in den Fokus gestellt und die Rezepte sind alle auf die Verwendung von Kokosöl ausgelegt.
Wenn ich mir die Rezepte anschaue: Es liest sich alles lecker.
Aber bei manchen Zutaten überlege ich, wo ich die bei uns bekommen kann? Hanfsamen oder Noriflakes...
Aber das Internet würde es wohl möglich machen.
Kokosöl habe ich bereits getestet. Wer sich auf diese Kostform einlassen möchte, der muss sich bewusst sein, dass Kokosöl einen ganz anderen Geschmack hat als viele Öle, die weitestgehend geschmacksneutral.
Dieses Öl schmeckt wie es heißt, nach Kokosnuss.
Meine Familie akzeptiert diesen Geschmack leider nicht.
Aber ich werde trotzdem einige Gerichte aus diesem Buch nachkochen, halt nicht unter dem Aspekt der ketogenen Ernährung, einfach nur um etwas Neues auszuprobieren und zu genießen.

Samstag, 14. Dezember 2013

"Tod durch die Ernährungspyramide"

Uih, uih, uih,  als ich das gestern in einem Beitrag bei Facebook gelesen habe, da hat es mich doch etwas geschüttelt.
Im Blog von Dr. Till Sukopp wird das englischsprachige Buch komplett verrissen.
Zitat:
"...Da muss sich unsere Deutsche Gesellschaft für Ernährung aber warm anziehen. So hat sie doch dieses Jahr ihre 10 Regeln für eine gesunde Ernährung aktualisiert, aber wesentlich geändert hat sich an den Empfehlungen nichts."
Richtig, die DGE hat ein klitzekleines bisschen geändert, viel ist das nicht. Aber es tut sich etwas. Das ist ja schon mal gut.
Aber zurück zur Ernährungspyramide. Ich habe Herrn Sukopp eine Mail geschickt , weil es mir wichtig ist, dass es Ernährungsfachkräfte gibt, die über den Tellerrand hinaus schauen und auch die LOGI-Pyramide für die Beratung einsetzen, dies aber anhand einer intensiven Anamnese und anhand der Laborwerte tun.
Zurück kam leider nicht viel aussagekräftiges.
Was mich im Blogbeitrag auch noch etwas stutzig gemacht hat ist folgender Satz:
"..Ich habe das Buch noch nicht gelesen, freue mich aber, dass die Menschheit rund um den Erdball immer mehr aufwacht und sich immer weniger in sämtlichen Bereichen des Lebens veräppeln lässt, wo uns die unglaublichsten Sachen vorgegaukelt werden..."
Wenn ich ein Buch hier vorstelle, dann habe ich es gelesen, deshalb müssen die Verlage auch Geduld haben.
Ich weiß, dass es in der Sporternährung Richtung "Fett-Eiweiß" geht, Sportmediziner (zu denen gehört Herr Sukopp)und viele Fitness-Coaches und Personaltrainer gehen auch immer mehr in die Richtung "Low Carb". Aber ist diese Richtung die allein Seligmachende?
Für mich steht immer noch der Mensch im Vordergrund und uns muss bewusst sein, dass es Menschen gibt, die Kohlenhydrate brauchen, andere wiederum sind besser mit Fett/Eiweiß, also Low Carb bedient. Aufdrücken einer Ernährungsform kann auf Dauer unglücklich machen.
Und jetzt bin ich gespannt auf Lesermeinungen.

Freitag, 6. Dezember 2013

"Lebensfreude heute"

Vor einigen Wochen habe ich im Post über den "Frust über die Berufsbezeichnung" die Kollegin Tanja Lorenz vorgestellt.
Heute möchte ich gerne die Kollegin Karima Stockmann ins Licht rücken. :-) Warum?
Karima ist auch eine der Kolleginnen, die gerne "Netze spinnt", so dass jede/r vorwärts kommt,eine Kollegin, die Ideen hat.Ideen, die auch etwas anders sein können als man es von einer Diätassistentin erwartet.
Bei ihr geht es nicht nur um Ernährung. Es geht um das Gesamtpaket Ernährung- Bewegung und Entspannung.
Der Mensch als Ganzes betrachtet und nicht nur reduziert auf das Ernährungsproblem.
Ich bin der Meinung, dass dies zur modernen Beratung  gehört . Andere Aspekte mit in die Beratung zu nehmen und wenn ich das selbst nicht kann, dann suche ich mir die entsprechenden Partner.
Besucht einfach Karimas Seite und abonniert direkt die Lebensfreude-Botschaften.
Ich freue mich jeden Morgen drauf.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Mitgliedernewsletter des FET e.V. vom November 2013

Gut, der Newsletter liegt aus dieses Mal schon einige Tage im E-Mail-Postfach, aber ich möchte doch zeitnah vorstellen, was aktuell  Thema ist. Wieder gute Anregungen, Themen für die tägliche Arbeit.
Schaut einfach selbst.

 1.Unterschätzen wir das Ausmaß von Antibiotikaresistenzen?

 2. Das lukrative Geschäft mit Nahrungsmittelintoleranzen-- Hier weiß ich schon jetzt, dass Betroffene   
     aufschreien werden. Gerade geht ein Artikel aus der "Zeit" zur gleichen Thematik in sozialen Netzwerken
     rund. Es geht nicht um die diagnostizierten Nahrungsmittelunverträglichkeiten....!
 3. Krebstherapie: Erhalten wir Unterstützung aus dem Darm?
 4. Interna nur für Mitglieder:
     Vortragsvorlagen zu den Themen
  • Bewusst Essen – Unsere Lebensmittel
  • Ernährung bei Schichtarbeit
  • Food @ Work  
Neugierig geworden? Dann diese Materialien beim FET käuflich erwerben (BGF wird für unsere Berufsgruppe sehr interessant, wobei ich diese Vorlagen immer nur als Anregung nutzen werde, da ich meinen eigenen Stil für Vorträge habe...) oder Mitglied werden.

 

Sonntag, 1. Dezember 2013

VFED: Aktuelles Verbandsheft

Über Facebook bin ich auf die neueste Mitgliederzeitschrift des VFED aufmerksam geworden.
Noch bin ich kein Mitglied, aber das ändert sich im kommenden Jahr. Deshalb habe ich mich gefreut, dass mir ein kostenloses Belegexemplar zugeschickt wurde.
Titelthema des Heftes: Langzeitbetreuung in der bariatrischen Chirurgie heute
Wenn ich ehrlich bin: Durch diese Headline habe ich mir ein Konzept erwartet, wie ich Menschen, die sich für solch eine OP entscheiden, noch besser betreuen kann.
Was letztendlich im Beitrag steht: Es gibt im Grunde genommen noch zu wenig Wissen, zu wenig Langzeiterfahrung, zu wenig Nachbetreuung und zwar auf allen Seiten.
Patienten werden operiert, weil Krankenhäuser auf den ..."Zug aufspringen" und einfach mit diesen operationen Geld verdienen wollen.Da wird auf keine Nachsorge hingewiesen, da wird nur operiert. Danach steht der Patient alleine da."....
Die Krankenkassen sind zu wenig informiert.
Beim Wissen über die Supplementierung hapert es
Ärzte weigern sich Patienten auf ihrem Weg zu begleiten.
Auch gibt es noch zu wenige Ernährungsfachkräfte, die in der Thematik eingearbeitet sind.

Das alles sind Auszüge aus diesem Beitrag.
Im Fazit heißt es:
"Die Nachbetreuung bariatrischer Patienten in Deutschland ist noch weit von dem gewünschten Standard entfernt."
Danach folgt dann aber doch eine praxistaugliche Zusammenstellung, auf was ernährungstechnisch alles geachtet werden muss.
Für mich eine kleine Wiederauffrischung.
Was ich in meiner Praxis festgestellt habe: Nach OP ist oft vor OP. Jeder Klient geht mit seinem Leben, seinen Vorsätzen anders um.
Ich sehe es als meine Aufgabe, den Menschen, für die diese Art der Gewichtsabnahme wirklich die allerletzte Lösung ist, optimal zu  begleiten. Es ist ihre Entscheidung.
Aber es liegt noch vieles im Argen. Gerade auch, wenn es um die Prävention in Sachen Übergewicht geht.
Ein Praxisbeispiel: eine Klientin mit einem BMI von 28,5 wollte etwas für sich tun, wollte abnehmen. Da es sich nur um Übergewicht handelt, wurde keine Beratung bezuschusst. Letztendlich kam diese  Klientin als Selbstzahler zu mir.
Andererseits beklagen sich die Krankenkassen, dass die OP-Zahlen drastisch in die Höhe gegangen sind.
Liegt der Fehler da nicht schon viel weiter vorne?
Eine Frage, die wohl nicht so schnell beantwortet wird.

Zurück zum Heft: Ich bin angetan über die Inhalte und werde demnächst noch öfter berichten.
aus: VFED aktuell