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Sonntag, 6. November 2022

gelesen: #RespectMySize

 von Julia Kremer; erschienen bei Blanvalet, ISBN: 978-3-7645-0791-6; Preis: 16,00€

Im Frühjahr und im Herbst erscheinen immer viele neue Bücher und da ich in meiner Beratung viel mit mehrgewichtigen Menschen arbeite und ich auf Instagram viel zu Bodypositivity, intuitivem Essen und Health at every size lese war ich neugierig auf ein Buch, das von einer Autorin stammt, die sich für #respectmysize einsetzt.
Ich habe hier im Blog bereits einige Gedanken dazu aufgeschrieben. 

Nach den ersten Seiten kam bei mir der Gedanke:"Da möchte isch jemand etwas von der Seele schreiben."

Ja, diese Autorin wurde wegen ihres Gewichtes gemoppt, es sind Sätze gefallen, die weh tun. Das beschreibt sie in einigen Kapiteln und ich finde da auch Aussagen wieder, die meine Patient*innen mir spiegeln. Solche Aussagen ziehen sich durchs Leben. Es kommt das Gefühl: "Ich genüge nicht."

Ich persönlich werde immer zickig, wenn jemand einen Menschen mit Mehrgewicht allein aufs Essen reduziert. Aus mittlerweile mehr als 40 Jahren Berufserfahrung weiß ich, dass hinter jedem Menschen eine Geschichte steckt, die nicht unbedingt nur allein am Essen hängt.

Das ist leider noch nicht wirklich überall angekommen. Julia Kremer beschreibt ihre persönliche Geschichte inklusive ihrer Therapieerfahrung, die erst spät erkannte ADHS- Diagnose. 

Das Wort "Adipositas" und auch "Übergewicht" wird in dieser Schreibform nicht verwendet.  Geschrieben werden sie im Buch "A*ipositas" und "Ü*ergewicht". 

Mir zeigt das, dass Worte verletzend wirken. Vor kurzem hat mir noch eine Dame erzählt, dass ihr übel wird, wenn sie das Wort "abspecken " hört. Das verbindet sie mit einem Schwein und damit verbindet sie sich in keinster Weise.

Vielleicht mal drüber nachdenken, bevor über das Gewicht einen Menschen (egal ob vermeintlich zuviel oder zu wenig) geurteilt wird. Disen Menschen kennenlernen mit seiner Geschichte und Respekt hat doch eigentlich jeder Mensch verdient. Wobei es aber auch Menschen gibt, die meinen Respekt aufgrund von despektierlichem Verhalten verlieren können. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Wer sich für dieses Buch interessiert, der kann den folgenden Link für eine Leseprobe anklicken.
Mir wurde das Buch kostenfrei zur Verfügung gestellt was keinerlei Einfluss auf meine (subjektive) Meinung hat.


Die Bildrechte liegen beim Verlag.

 

Mittwoch, 2. Februar 2022

Intuitives Essen bei....


....Kindern.😀

Intuitives Essen ist gerade mal ein großes Thema in den Sozialen Netzwerken, speziell bei Twitter.
Mittlerweile gibt es da Auswüchse, bei denen ich mich entscheiden müsste: Lachen oder Weinen.

Zuerst einmal werden auch Begrifflichkeiten durcheinander geworfen, wo ich mir denke:
"Haben die Schreiber*innen dieses Worte richtig interpretiert oder springen sie auf einen Zug auf der gerade sehr gut läuft?"

Das soll jetzt aber mal reichen. Zurück zur Überschrift.

Niemand isst so intuitiv wie ein Kind!

Ich habe jetzt einfach mal alle Formatierungsmöglichkeiten genutzt die möglich sind, damit es jede/r kapiert!

Jede/r, der in er Ernährungsberatung mit Kindern, speziell mit kleineren Kindern arbeitet, der wird festgestellt haben, dass diese Zwerge (das meine ich nicht despektierlich) durchaus wissen was ihnen gut tut und was nicht.

Sie lassen intuitiv Lebensmittel weg oder verweigern das Essen weil sie wissen, dass es ihnen z.B. Bauchschmerzen macht.  Aber sie können es halt noch nicht so formulieren wie es ein erwachsener Mensch kann.

Dann kommen die Elternteile oder Großeltern daher und sagen auch noch:

" Du musst das essen, denn das ist gesund!" 

Bitte macht Euch bewusst, dass Kinder das intuitive Essen nicht erlernen müssen. Es wird ihnen einfach mitgegeben. Uns Erwachsenen wird aber überall erzählt was vermeintlich gesund und was ungesund ist. Viel Obst und Gemüse, mindestens fünf Portionen am Tag.
Beim Gemüse gehe ich noch mit. Aber auch da gibt es ein paar Dinge über die nachgedacht werden sollte.
Es gibt Gemüsesorten, bei denen  Kinder über 10x probieren müssen bis sie wissen ob sie dieses Gemüse mögen oder nicht. Zwei Beispiele dafür sind Brokkoli und Rosenkohl.

Dann die Sache mit dem Obst. wie viele Mütter haben mir erzählt, dass sie zum Nachmittag hin den Kindern einen Obstteller vorbereiten. Was da alles drauf vertreten ist.... Wahnsinn. Ich mag das auch garnicht in Abrede stellen. Alles gut. Aber in Wachstumsphasen kann es dann auch schon mal sein, dass es zuviel Obst ist, also zuviel des Guten. Diese Kinder sind dann beim Arzt wegen Bauchbeschwerden und kommen zu mir wegen einer  Fruktosemalabsorption.  

Zum guten Schluss gibt es dann auch diese Art Machtkampf zwischen Eltern und Kind. Manche Kinder testen ihre Grenzen aus und die einfachste Möglichkeit ist das über das Essen zu machen.Dann gilt es ruhig zu bleiben.  Auch dazu gibt es eine kleine Weisheit:

"Kein Kind verhungert an vollen Töpfen."

Fazit: Kinder müssen das intuitive Essen nicht erlernen weil sie es bereits können. Wenn überhaupt sollten die Eltern/ Großeltern/ Erzieher*innen hinterfragen warum das Kind gerade mal bestimmte Lebensmittel "verweigert. Außerdem gibt es so Pahsen, da ist das Wort "gesund" ein rotes Tuch. Lasst es einfach weg.
Ich wünsche Euch noch einen schönen Tag.


 

 Bild von Mojpe auf Pixabay