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Mittwoch, 15. Oktober 2014

BGF- im Klitzekleinen

Gestern bekam ich einen Anruf meines Friseurs. Meine Friseurin wäre krank. Ob es möglich wäre meinen Termin auf den Nachmittag zuverschieben und das mir Frau D. die Haare schneiden könne.
Gut, ich hatte zu diesem Termin nichts vor, Haare mussten geschnitten werden, da war es für mich egal ob morgens oder nachmittags.
Ich kam also in den Salon und die Damen, die dort arbeiten, wuselten alle irgendwie von einem Kunden zum nächsten. Ich glaube jeder kennt es, wenn Hektik hinter einem Lächeln versteckt wird.
Die Azubine entschuldigte sich mehrmals, dass das Haarewaschen bei ihr länger dauern würde, da sie ja erst knapp fünf Wochen da wäre und bisher noch nie so viel hat tun müssen.
Die Chefin wirkte irgendwie "fertig", die Scherzchen klangen irgendwie gezwungen.
Ich lese gerade ein Buch, dass ich in den nächsten Wochen  hier vorstellen werden. Es heißt "Die Time- out-Taktik" und das hatte ich für die Wartezeit mitgenommen. Es passt nämlich gut zu BGM/BGF. Das mal kurz zur Info.
Beim Bezahlen habe ich der Chefin dann das Buch auf den Tresen gelegt und gesagt:" Das wäre gerade mal für Sie und Ihre Mitarbeiterinnen passend."
Sie fragte mich, ob es spürbar war, dass drei Mitarbeiter gefehlt haben und das alles etwas durcheinander lief? Ich glaube, jeder merkt, wenn in einem Betrieb, den man schon lange kennt, etwas anders läuft als sonst, auch wenn man quasi schon einen Tag vorgewarnt wird, in dem um Verschiebung des Termins gebeten wird.
Sie sagte mir dann, dass sie zwei Neukunden nicht abweisen wollte und ihnen dann noch Strähnchen gemacht hat obwohl das nicht eingeplant war. Sie wolle schließlich die Kunden zufrieden stellen. Und heute Abend käme dann für sie nur noch essen und dann ab ins Bett.Ob sie sich aber das Cover des Buches abfotografieren könne. Das war kein Problem.
Warum schreibe ich das alles? Ich arbeite mich so langsam in die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)ein und heute hatte ich das Gefühl, dass das Verständnis für die Situation im Friseursalon als klitzekleine BGF wahrgenommen wurde.
Ich möchte von meinen Klienten wertschätzend wahrgenommen werden, deshalb bin ich doch auch verpflichtet in Situationen, in denn ich selbst Kunde /Klient bin, dem Anbieter in solch stressigen Situationen wertschätzend  gegenüberzutreten. Wir können alle nicht mehr als arbeiten und jeder versucht doch auch in schwierigen Situationen die Arbeit so gut wie möglich zu verrichten.
Mir hat das heute wieder mal gezeigt, dass ich durch ein bisschen Verständnis eine gewisse Entspannung (ich finde gerade kein besseres Wort) vermitteln kann.
Ich wünsche deshalb allen einen erholsamen und stressfreien Abend.
Bildquellenangabe: Benjamin Klack  / pixelio.de

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