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Sonntag, 2. Juni 2019

Ernährungsgurus


In meinem Beruf trifft man in der Beratung immer mal wieder auf folgende Situation:
Klient kommt, Beratung startet und irgendwann kommt ein Einwand:
„ Ich habe aber letztens im Fernsehen gesehen, dass…“
oder

„ Herr/Frau XY hat aber gesagt…“
oder

„Mein Arzt meint aber, dass…“

Speziell wenn es um Äußerungen, der sog. Ernährungsberater geht, die sich in Fernsehen, Presse und sozialen Netzwerken tummeln, dann muss ich mich selbst zur Räson rufen.
Ruhig bleiben, tief durchatmen. Der Klient ist jetzt bei mir und ich muss dann vielleicht etwas in Kontext zum Klienten bringen, weil eine Aussage jetzt gerade mal so gar nicht zum Krankheitsbild meines Gegenübers passt.

Auch Ärzte dürfen gerne eine Meinung haben, aber wenn die Ernährungsempfehlung von anno tuc ist und die aktuellen Leitlinien längst etwas anderes empfehlen, dann muss ich das auch aufklären.

Ich möchte niemanden in die Parade fahren, ich versuche das dann auf sachlicher Ebene zu klären.
Gerade in meinem beruflichen Bereich tummeln sich viele, die mitreden möchten, die aber keine qualifizierte Ausbildung haben.
Wichtig ist mir, dass ich eine kontinuierliche Fortbildung zu verschieden Themen, die ich berate, nachweisen kann. Ich möchte nicht stehen bleiben. Ich möchte immer mehr wissen, das Neueste vermitteln. Und mich dann auch an Leitlinien halten. Die werden ja nicht aus Spaß erstellt.
Aber ganz wichtig: Im Mittelpunkt steht immer mein Patient/ Klient.
Er muss verstehen, warum ich jetzt gerade nicht auf die Info von Ernährungsspezialist XY anspringe und das für ihn nicht als richtig empfinde.
Nur mal als Beispiel: die Low Carb Ernährung.
Meine Güte, was wurde vor vielen Jahren dagegen gewettert. Mittlerweile hat sie sich bei vielen Indikationen bewährt. 
Ich bleibe immer kritisch, ich schaue mir die Ernährungsempfehlungen genauestens an, tausche mich mit Kolleg*innen darüber aus. Daraus schließe ich dann meine Schlüsse. Ich übernehme nichts sofort. 
Dafür habe ich in 40 Berufsjahren zu viel Empfehlungen kommen und wieder gehen sehen.
Also bleibt auch  kritisch, auch was Dr. Google angeht. ;-) 
 Bildrechte:S. Hagedorn

Dienstag, 24. Januar 2017

Es wurde etwas bewegt: Update zur Petiton

Am 22.12.16 wurde von Birgt Blumenschein und Daniela Kluthe Neis eine Petition gestartet, in der es darum ging mit der DGE über die aktuellen Nährstoffempfehlungen in die Diskussion zu kommen. Ich hatte bereits hier berichtet.
Das Ergebnis ist einfach nur überragend und zeigt, dass wir etwas bewegen können, wenn wir gemeinsam etwas tun.
Hier einfach nur ein paar Zahlen:
Am Ende der Petition  haben über 1090 Menschen "gezeichnet", über 320 haben einen Kommentar hinterlassen, warum sie diese Petition unterstützen.
Verbände (VDD e.V.  FET, DAAB e.V. Quetheb, VFED) haben diese Petiton in ihren Newsletter aufgenommen. Es können mehr gewesen sein, aber von den aufgeführten weiß ich es. So etwas vergößert natürlich die Reichweite enorm.
Aber auch das Teilen in sozialen Netzwerken, das Kommentieren , all das trägt dazu bei, dass da etwas in Bewegung kommt.
Anlass war ja, dass die Zentrale Prüfstelle Prävention eingereichte Konzepte nicht akzeptiert hat, da sie nicht den Empfehlungen der DGE entsprachen.
Die DGE hat darauf reagiert und bereits Kontakt mit den Verantwortlichen der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) und den GKV-Spitzenverbänden aufgenommen, diese bestehenden Hindernisse auszuräumen.
Und das Deutsche Ärzteblatt ( ein Lese-Muss!)hat Birgit Blumenschein und Daniela Kluthe- Neis zu ihrem, zum Anliegen vieler Kolleginnen und Kollegen, befragt.
Für mich ist das ein Zeichen, dass wir viel erreichen können, wenn die richtigen Wege beschritten werden und wenn wir an einem Strang ziehen. Es wird immer Menschen geben, die an dem "Neuen" zweifeln.
Danke an die beiden Kolleginnen, die das ins Rollen gebracht haben.
Jetzt heißt es dran bleiben.


Samstag, 28. April 2012

"Mund- zu- Mund- Propaganda"

Es wird ja immer gesagt, dass die "Mund- zu- Mund- Propaganda" die allerbeste Werbemaßnahme ist. Sie zieht weitaus größere Kreise als eine gestaltete Anzeige in einer Zeitung. Und es stimmt, das durfte ich gestern wirklich hautnah erfahren.
Kunden oder Klienten, die zu mir kommen auf Empfehlung, haben schon davon gehört wie ich arbeite, was evtl. auf sie zukommt und sind aus diesem Grund schon offen. Mit diesen Menschen kann ich dann auch viel effektiver arbeiten.
Aber diese Art der Werbung muss ich mir auch immer wieder erarbeiten. Ich muss Ideen entwickeln um gesunde Ernährung bildhaft darzustellen, greifbar zu machen und ich muss mich individuell auf mein Gegenüber einstellen. Menschenkenntnis ist gefragt und die Beratung ohne Schubladen-denken.
Denn mein Klient muss ja auch die Tipps, die ich gebe in seinem Alltag umsetzen können.
Aber wenn das klappt, der Klient mir sagt:"Sie haben mir geholfen", dann bin ich auch zufrieden.
(Bildquelle: Pixelio   by Gerd Altmann)