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Freitag, 16. Oktober 2015

Authentisch bleiben

Vor einiger Zeit habe ich abends noch einmal kurz durch die Fernsehkanäle gezappt (ich ja eigentlich Männersache ;-)) und da bin ich an der Sendung Akte hängengeblieben.
Nicht, weil mich das Thema interessierte, nein, mich irritierte und interessierte der Moderator,der in diesem Fall ein anderer war. Aber er wollte anscheinend nicht anders sein.
Was habe ich da gesehen? Ulrich Meyer, der diese Sendung schon seit gefühlten Jahrzehnten moderiert, hat eine Art der Moderation, die immer gleich ist und in einem Interview hat er auch erzählt, dass er für sich so eine Art Kopfbewegung zur Kamera hin entwickelt hat (ich schreibe dies aus der Erinnerung heraus, also bitte nicht drauf festnageln), die ihn einzigartig macht.
Warum Herr Meyer an diesem Abend nicht moderierte- ich weiß es nicht.
Ich habe nur gesehen, dass jemand versuchte seinen Kollegen zu imitieren. Das wirkte auf mich unbeholfen, eben nicht authentisch, er wirkte irgendwie verbogen,einfach nicht echt.
Mir wurde auch vor langer Zeit einmal geraten mich in gewisser Weise zu verbiegen.. Es war im Lehrgang zur DKL (Diätküchenleiter) in Düsseldorf. Wir befanden uns in einer Beratungssituation und wurden von den Kollegen bewertet, durften aber nichts dazu sagen. Mir ist dort gesagt worden, dass ich den niederrheinischen Slang hätte (auf gut deutsch: Ich rede mit "dat" und "wat") . Da solle ich mir doch abgewöhnen.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es in mir rumorte, weil ich erklären wollte, dass ich mit Menschen arbeite, die genauso reden. Aber ich durfte nicht.
Ich rede nicht in jeder Situation so, damals vielleicht auch aus Aufregung. Letztendlich egal. Wie sagte letztens eine Kollegin im Existenzgründerseminar?
"Wir passen uns unseren Klienten  sprachlich an."
Ich möchte mich nicht verbiegen, egal in welcher Art. Das strengt  zum Einen sehr an und wirkt dann für mich nicht echt. Gute Arbeit kann ich nur dann leisten, wenn ich "ICH" sein darf, wenn ich mich auf die Inhalte konzentrieren kann und auf mein Gegenüber.
Bildquellenangabe: BrandtMarke  / pixelio.de

1 Kommentar:

  1. Danke Susanne für diesen wunderbaren Gedankengang! Ich glaube so sein wie man ist ist auch gleichzeitig der Schlüssel zum Erfolg (= Glück, Motivation, Ideenkraft,...). Ich kann es immer nicht so richtig verstehen, wenn solche Tipps gegeben werden. Klar. Pass Dich Deinem Gegenüber an. Aber nur deshalb, damit er Dich versteht. Dazu darf man sehr wohl man selber bleiben finde ich. Mir wurde mal in einer Fortbildung geraten bei Vorträgen sprachlich seriöser zu sein. Tzzzzz. Was soll ich dazu sagen. Heute werde ich genau wegen meiner Sprache gebucht. Der Inhalt ist wie bei anderen auch: seriös. Also so what?

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