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Sonntag, 17. Januar 2016

Adipositaschirurgie Update 2016

 Ich habe jetzt doch ein paar Stunden benötigt um meine Gedanken in diesen Blogbeitrag zu packen. Vielleicht mag die eine oder andere Kollegin unseres Qualitätszirkels ergänzen. Wir waren mit vier Personen vor Ort, da wir uns alle für die Thematik interessieren.
Zuerst einmal die Themen, die behandelt wurden:
  • Adipositaschirurgie aus der Sicht des Internisten. Neue Entwicklungen?
  • Stand der Adipositaschirurgie in Deutschland
  • Adipositaschirurgie zwischen Restriktion und Malabsorption- wie ist die Datenlage?
  • Operative Standards
  • Ergebnisse nach 2500 Operationen
  • Definition und Behandlungsoptionen des adipositaschirurgischen Therapieversagens
  • Therapieversagen nach laparoskopischer Schlauchmagenbildung. Was nun?
  • Re-Sleeve
  •  Roux -en- Y- Magenbypass
  • Omega- Loop-Bypass
  • Single- Anatomosis- Duodeno- Ileal (SADI)- Bypass
Hier möchte ich alle Leser, die sich für eine bariatrische OP interessieren und wo der "Bypass" im Gespräch ist, sensibilisieren: Es gibt verschiedene Formen des Bypasses mit unterschiedlichen Auswirkungen!! Also fragen.
Das war das Programm.

Was mich zu Beginn etwas gestört hat: Ich habe eine schriftliche Einladung bekommen. Nirgendwo war vermerkt, dass diese Fortbildung kostenpflichtig ist. Das hat etwas mit guter Organisation und Kommunikation zu tun. Mich machen diese 20 € nicht arm, aber ich möchte solche Dinge gerne vorher wissen.
Zu den Vorträgen kann ich schreiben, dass ich einige Erkenntnisse mit nach Hause genommen habe, die für die Beratung danach wichtig sind. Bei den verschiedenen Formen des Bypasses werden unterschiedliche längen des Darmes weg geschnitten und es wird auch unterschiedlich angenäht. Wer sich für das Mikrobiom interessiert, der weiß, dass sich solche Eingriffe auf die Besiedlung des Darmes auswirkt. Wobei: aus Recklinghausen werden selten Patienten zu uns ambulanten Ernährungsfachkräften geschickt. Warum? Es fehlen dann entsprechende Zahlen. Wir haben angeregt, dass wir diese Zahlen liefern können, wenn wir einen entsprechenden Fragebogen vorliegen haben. In Recklinghausen gibt es nämlich nur zwei Kolleginnen, die diese Beratungsarbeit alleine meistern.
Ich sehe die Menschen in der Beratung immer als "Ganzes", also mit allen Lebenssituationen, wie Familie, Beruf. Es  "menschelte" gestern wenig . Aber vielleicht ist das auch nicht die Art eines Chirurgen. Es gab aber  eine Situation,in der ich bemerkt habe, dass das Schicksal eines Patienten der Ärztin doch nahe ging.
Der MDK hatte einem 27jährigen Menschen die OP nicht genehmigt. Laut Leitlinie hätte er die Zusage bekommen müssen. Er ist innerhalb kürzester Zeit verstorben, weil die neue Begutachtungsleitlinie beim MDK noch nicht angekommen war, bzw. nicht umgesetzt wurde.
Den Chirurgen ist zum großen Teil auch nicht bekannt, warum eine OP welche Auswirkungen hat. Das wurde deutlich gemacht mit einer Folie, die das Filmplakat eines James-Dean-Filmes zeigte:"Denn sie wissen nicht was sie tun."
Aber keine Sorge: Die Eingriffe sind mittlerweile Routine geworden, die Chirurgen verstehen ihr Handwerk. Aber unser Körper reagiert halt manchmal anders, als es erwartet wird.
Und was meine Kolleginnen und ich uns am Ende gefragt haben: Wohin wird die Reise gehen? Wenn die OP-Methode nicht den gewünschten Erfolg  bringt, dann wird umgebaut. In der Aufzählung weiter oben sind Möglichkeiten aufgezählt. Was wird es noch alles geben?
Ich bin gespannt.
 Bildquellenangabe: Gerd Altmann  / pixelio.de



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