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Sonntag, 5. März 2023

"Welche Supplemente muss ich nehmen?

 Diese Frage hat mir ein ehemaliger Patient gestellt, der 2 Jahre nach einer bariatrischen Operation war.

Im Rahmen des sog. MMK (Muldimodalen Konzept) spreche in natürlich in den Beratungseinheiten über Vitamine, Mineralstoffe...In welchen Lebensmittel stecken sie, wozu sind sie gut.
Da kommt dann natürlich auch das Thema "Supplemente" nach Op zur Sprache. Die Adipositaszentren geben auf diesem Gebiet immer Informationen mit, das weiß ich.

Wie das im Leben so ist, man trifft sich ja meistens zwei Mal.
Ich hatte eine Patientin in der Beratung, die mir von einem Nachbarn erzählt hat, der sich den Magen hat verkleinern lassen und dem ginge es garnicht gut, der wäre so blass, der hätte absolut keine Energie mehr. Irgendwann hat sie (wohl aus Versehen), den Namen genannt, ich habe mich aber wegen meiner Schweigepflicht bedeckt gehalten.

Jede/r Patient*in hat eine digitale Akte auf meinem PC, das bedeutet, dass ich jederzeit schnell nachschauen kann, welche Themen wir besprochen haben. Ich dokumentiere nämlich alles.
Natürlich waren Vitamine, Mineralstoffe und somit Supplemente in dieser Beratung Thema.
Kurz drauf kam eine Nachricht über WhatsApp und die Frage, die Ihr in der Überschrift lest.
Ich habe zurückgemeldet, dass wir darüber gesprochen haben, dass er darüber Unterlagen hat, weil er diese von mir angefordert hat. Diesem Mann ging es richtig schlecht, aber auf Rückfrage hat er mir gesagt, dass er direkt nach der Op nicht mit der Einnahme dieser Supplemente begonnen hat, so wie es empfohlen wird.

Ich habe ihn an sein Adipositaszentrum verwiesen. Im Nachhinein hat er ir Rückmeldung gegeben, dass das ein "teurer Spaß" für ihn war, denn diese Supplemente sind keine Krankenkassenleistung.

Es hat lange gedauert, bis die Blutspiegel wieder auf einem normalen Level waren.
Für ihn war jetzt alles wieder gut, aber ich habe auch (mir) die Frage gestellt, was dieser Mangel im Körper bereits bewirkt hat? 

Diese Supplemente haben einen Sinn, sie werden nicht umsonst dringend empfohlen.
Passt also bitte auf Euch auf.


Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

Sonntag, 25. September 2022

Da hat sich wieder einmal eine Schublade geöffnet

 Ja, auch mir passiert es immer mal wieder, dass sich nach einem Telefonat, nach einer Anfrage für ein Beratungsgespräch eine Schublade öffnet und mein noch unbekanntes Gegenüber da erst einmal verschwindet. 

In diesem Fall geht es um einen Patienten (m/w/d), der wegen einer zweiten bariatrischen Operation drei Termine Ernährungsberatung nachweisen muss.
Was ist da der erste Gedanke? Was ist denn da wohl schief gelaufen, wie kann so etwas passieren? Was hat der wohl gegessen, dass er wieder zugenommen hat?
Zack, Schublade auf und wieder zu.
Zum Termin kam ein sehr netter Patient, der meiner Meinung nach, nicht wirklich als sehr stark adipös daher kam.
Ich habe natürlich eine auaführliche Anamnese gemacht und ganz schnell hatte ich den Grund für das Hochgehen des Gewichtes. Dieser Mann war vor ca. 5 Jahren an Krebs erkrankt und ist in dieser Zeit wieder in alte Verhaltensmuster zurück gefallen. Das finde ich komplett nachvollziehbar. Da war gerade etwas wichtiger als weiter auf den verkleinerten Magen zu schauen. 

Dieser Patient ist vor ca. 10 Jahren operiert worden. Seine Krankenkasse wollte damals die Kosten für diese Operation nicht übernehmen. Ein Sachbearbeiter hat ihm sinngemäß gesagt:
"Sie sind es ja selbst schuld, dass Sie sich das Gewicht angefuttert haben." 

Da kommt bei mir dann der Satz:" Hinter jedem Menschen steckt eine Geschichte."

Vor 10 Jahren ist dieser Patient auch nicht im Rahmen eines MMK auf die bariatrische Operation vorbereitet worden. Er hat sich viele Dinge angelesen und das Adipositaszentrum hat ihm auch ein paar Inforamtionen mitgegeben.

Das hat mir auch wieder gezeigt, dass sich in den letzten 10 Jahren auf dem Gebiet wahsinnig viel getan hat.

Zurück zu meinem Patienten: Er weiß, dass er eine zweite Chance bekommt und die will er nutzen.

Ich werde mich jetzt immer wieder daran erinnern, dass ich mir erst den Menschen anschaue und mit ihm rede, bevor ich mir ein Urteil bilde. 

Bild von Alexa auf Pixabay

Mittwoch, 25. November 2020

gelesen: "Meine Adipositas- OP"

 Wie ich es geschafft habe, ein neuer Mensch zu werden und wie auch Ihnen das gelingt von
Christina Filbert; erschienen im Trias-Verlag; ISBN: 978-3-432-11020-2; Preis: 16,99€

Diese Buch wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt was keinerlei Einfluss auf meine (subjektive)Meinung hatte.

Und direkt noch ein Buch zur Adipositas- OP hinterher.
In diesem Buch beschreibt die Autorin Christina Filbert ihren Weg zur Operation und auch wie es danach weiterging im Hinblick auf die Wiederherstellungs-Operationen.

Frau Filbert beschreibt sehr ehrlich wie es zum Übergewicht und letztendlich zur Adipositas gekommen ist. Ganz oft lese ich Worte wie "Angst", "Panik", "mangendes Selbstvertrauen" und noch viele andere Worte. Sie zeigen mir auch wieder, dass hinter jedem adipösen Menschen ein Leben und Erfahrungen liegen, die man sich nicht wirklich wünscht. 

Übergewicht/Adipositas hat nicht zwingend etwas mit mangelnder Selbstdisziplin beim Essen zu tun. Das Essen ist oft ein Ventil um sich besser zu fühlen. Das zeigt mir auch die Geschichte von Frau Filbert.
Die Autorin musste wohl kein sog. MMK (Multimodales Konzept) durchlaufen, in dem es in einem bestimmten Zeitraum noch einmal darum geht durch eine Ernährungsberatung, Anleitung zur Bewegung auf "normale" Art und Weise an Gewicht zu verlieren.

In diesem Buch ist nach der Operation nicht zwingend alles gut. Es gibt auch Rückschläge. Davon berichtet Frau Filbert natürlich auch.
Sie beschreibt in diesem Buch ihren Weg in ein für sie neues Leben.
Abgerundet wird das Buch durch einen Serviceteil, geschrieben von Dr. Heike Raab, in dem alles aufgeführt wird was auf dem Weg zur Op bis zur Zeit nach Op beachtet werden muss und kann.
Macht Euch bitte durch Link zum Blick ins Buch ein eigenes Bild und wenn das Gefühl aufkommt: Ja. das kann etwas für mich sein gerne im örtlichen Buchhandel bestellen.


 



* Meine Adipositas-OP: Wie ich es geschafft habe, ein neuer Mensch zu werden und wie auch Ihnen das gelingt (*Affiliate-Link)

Sonntag, 13. Januar 2019

gelesen: " Die Abnehm-Docs"


von: Dr. med. Ingrid Heiller,Dr. med. Alexander Klaus, Brigitte Erlacher und unter Mitarbeit von Christine Tretter, Mag. Eva Maria Berger ,Renate Wochner-Bauer, Silke Horcicka ,Bettina Tschinder;
erschienen im Kneipp-Verlag, Wien, : ISBN:
978-3-7088-0752-2; Preis: 25€

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Zuerst einmal: als ich den Buchtitel gelesen habe ging sofort die Schublade „Ernährungs-Docs“ auf, aber nein, vor mir habe ich ein Buch, das sich auf 144 Seiten wirklich nur mit dem Themen Übergewicht und Adipositas beschäftigt.
Diese Thematik wird von den verschiedensten Seiten beleuchtet, wie die Anzahl an Autoren zeigt.
Es geht um Nachhaltigkeit beim Abnehmen,Körperbewusstsein, natürlich Ernährung und Bewegung,  aber auch um psychische Aspekte, wie Verhaltensänderung. Welchen Einfluss hat unser Gehirn (auch die Wirkung von Zucker auf den "Chef" im Körper) , welche Aufgaben der Verdauungstrakt...
Ernährung und Bewegung werden nicht nur kurz abgehandelt, es gibt Anregungen. Ein bebildertes Work-out für Einsteiger findet sich hier.. Am Ende des Buches gibt es einen Rezeptteil.

Zu solch einem Buch gehört natürlich auch die bariatrische Chirurgie. Die verschiedenen Operationsmethoden werden erklärt.

Mir gefallen die einfachen, aber durchaus aussagekräftigen Grafiken und natürlich besonders die Checkliste, die sich mit den Anforderungen an eine seriöse ernährungsmedizinische  Beratung beschäftigt. ;-)
Für mich ein Buch für all diejenigen, die sich mit sich und ihrem (Über-)Gewicht beschäftigen möchten, die sich  erst einmal alleine mit der Thematik auseinandersetzen wollen. 
Danach kann dann immer noch professionelle Hilfe auf allen Gebieten dazu genommen werden.



Die Bildrechte liegen beim Verlag.



*Die Abnehm-Docs: Nachhaltig und gesund abnehmen mit den Profis (*Affiliate-Link und für den "Blick ins Buch")

Sonntag, 27. August 2017

"Micha´s (dicke) Gedanken" im Interview

Den Blog von Michael Wirtz habe ich bereits vor einiger Zeit hier vorgestellt und ich folge seinen Beiträgen immer noch sehr gerne.
Ich freue mich sehr, dass er sich bereit erklärt hat mir ein paar Fragen in Form eines Interviews zu beantworten und zwar aus der Sicht einens "Betroffenen"
Es ist ein etwas längerer Text daraus geworden, kürzen wollte ich aber nicht, da ich die Antworten interessant finde.


SH: Was hat Dich dazu bewogen  Dich einer bariatrischen OP* zu unterziehen?
MW: Außer dem Gewicht von knapp 160kg? Über lange Zeit war ich davon überzeugt, dass ich es auch ohne eine Operation schaffe. Männer können sowas … sich gut einreden.
Als ich dann bei der Arbeit an einem Tag beinahe zusammengebrochen bin, habe ich beschlossen das Thema anzugehen.

SH: Wonach wurde entschieden, welche OP-Methode für Dich die Richtige ist?
MW:Letztendlich war für mich klar, dass nur der Magenbypass in Frage kommt. Gerade vor dem Hintergrund, dass ich Stressesser war / bin und dem süßen Lebensmitteln zugetan war.

SH: Eine OP ist eine Entscheidung, die das weitere Leben bestimmt. War Dir das bewusst, wie wurdest Du darauf vorbereitet?
MW: Glücklicherweise kannte ich sehr viele Betroffene, die sich bereits einer Magenoperation unterzogen hatten und habe auch bei beobachten können was passieren kann wenn man sich nicht an die Vorgaben hält oder unvorsichtig wird. Ich habe mich sehr intensiv mit der Zeit beschäftigt und hatte viel Respekt vor der Zeit nach OP. Der Austausch mit Betroffenen war wohl der wichtigste Part in der Vorbereitung.
SH: Hattest Du das Gefühl, dass du im Rahmen des Multimodalen Konzeptes gut auf die Zeit nach OP vorbereitet wurdest? Wenn nicht, was hat Dir gefehlt, wenn ja, was war gut?
MW: Dummerweise hatte ich schon einiges an Vorwissen, so dass ich mich dann im Rahmen der konservativen Therapie auf andere Dinge konzentriert habe. Nämlich auf mein Essverhalten und eine wirklich versuchte Ernährungsumstellung. Ich glaube ich war ein schwieriger Patient.
SH: Als Diätassistentin frage ich mich natürlich: Warum wurde nicht früher etwas unternommen? Hast Du bereits früher etwas versucht z.B. eine Ernährungsumstellung und warum ist das dann gescheitert?
MW: Na ja, als Kind wurde ich bereits in eine Kur in eine Kinderklinik geschickt. Man hat also früh versucht entgegenzuwirken. Die Umsetzung zu dieser Zeit war leider suboptimal. Auch von therapeutischen Ansatz her.
Ich habe es später durch Sport auch geschafft immer so im Bereich 100-120 kg zu bleiben. Als der wegfiel kam ich dann bei knapp 160 kg an. Ich wäre vor 20 Jahren auch nie auf die Idee gekommen eine Diätassistentin aufzusuchen. Ich wusste damals auch gar nicht, dass es sowas gibt.

SH: Welche Vorteile hat  Dir die OP gebracht und gibt es auch Nachteile?
MW: Zuerst einmal der immense Gewichtsverlust in den ersten 12 Monaten. Ich bin 160 kg auf unter 100 kg runter. Das war echt der Hammer. Sport hat wieder Spaß gemacht und ich bin viel agiler geworden. Natürlich tritt man auch in der Öffentlichkeit anders auf und man wird auch anders wahrgenommen.
Nachteilig war stellenweise, dass ich nicht alles an Gewürzen oder Speisen vertragen habe. Ich habe dies aber dann so hingenommen und eben darauf verzichtet. Nachdem sich ein Magengeschwür im OP als Loch in der Magenwand entpuppte, waren gewisse Unverträglichkeiten auch geklärt.
Letztendlich sehe ich selbst keine Nachteile, weil ich vorher wusste was auf mich zukommt. Da brauche ich im Nachhinein auch nicht jammern.
SH: Du gehst sehr kritisch mit dem Thema um, was ich auch immer wieder in Deinem Blog lese. Was ärgert Dich, was freut Dich?
MW: Mich ärgert die Ignoranz seitens der Politik und der Kassen im Umgang mit der Adipositas. Bis zur OP läuft alles unter dem Deckmantel der Prävention. Es ist furchtbar, dass die medizinischen Dienste und Kassen  – gerade in Süddeutschland – anscheinen willkürlich erstmal alle Kostenübernahmeanträge ablehnen. Mich ärgert es, dass wir die Selbsthilfe nicht unter ein Dach bekommen. Ich habe das Gefühl, das viele Angst haben, sie bekommen etwas weggenommen. Mich ärgern Betroffene, die zwanzig Leute oder eine Facebookgruppe mit 1.000 Leuten um Rat fragen und das einfachste für sich rausziehen. Mich ärgern die dauerhaften falschen Tipps und Informationen auf Facebook. Und es ärgert mich wenn erfahrene Betroffene von Fachleuten als doof hingestellt werden. Haben wir noch ein paar DIN A4 Seiten?
Mich freut, wenn das Thema „Adipositas“ in der Fachpresse korrekt behandelt und dargestellt wird. Wenn Betroffene berichten, dass sie von ihren Ärzten ernst genommen werden. Es freut mich tierisch, dass das Programm „Junge Adipositas“ für Kinder und Jugendliche in diesem Jahr mit 2 Gruppen starten konnte. Ich freue mich über jeden, der es schafft mit oder ohne OP Gewicht zu verlieren und auch sein Leben so zu ändern, dass er / sie dabei stabil bleibt. Und ich freue mich, dass es mit der Kampagne „schwere(s)los“ eine anerkannte Kampagne gibt, die auf politischer Ebene anerkannt wird.


SH: Thema SHG = Selbsthilfegruppe. Im Rahmen des MMK ist die Teilnahme Pflicht. Wie sollte solch eine Gruppe geführt werden und wer sollte sie leiten?
MW: Na ja, die Teilnahme an der SHG wird  leider nur empfohlen. Letztendlich ist es immer gut, wenn es eine homogene Gruppe ist. Die SHG Leitung sollte nicht als Alleinunterhalter dienen, sondern eher Moderator sein. Es schadet der SHG Leitung auch nicht ab und zu über den Tellerrand zu schauen, sich mit anderen auszutauschen. Auch darf eine SHG Leitung sich fortbilden. Und vor allem soll eine SHG dem Austausch dienen und kein Kaffeekränzchen sein.
Über das „Wer“ hatte ich schon Diskussionen mit NAKOS. Wir sind da etwas unterschiedlicher Meinung. Ich denke, dass es immer ein(e) Betroffene(r) sein muss. Kein Arzt, keine Ernährungsfachkraft, kein Therapeut oder sonst jemand der damit sein Geld verdient, sollte eine SHG leiten. Es geht hier um die Unabhängigkeit der Selbsthilfe. Das ist manchen so schwer zu vermitteln, wie die Tatsache, dass eine SHG keiner Klinik gehört. Das gefällt manchen zwar nicht, aber es ist leider so.
SH: Ist es sinnvoll auch nach dem Eingriff weiter in einer SHG zu bleiben und wenn ja, warum?
MW: Ja das ist durchaus sinnvoll. Gerade in den ersten 12-15 Monaten nach dem Eingriff verändert sich alles. Nicht nur das Gewicht. Da kann die SHG immer nur hilfreich sein. Gerade beim Thema „Unverträglichkeiten“ und so kann die Gruppe sehr hilfreich sein. Auch kommt es öfter vor als man denkt, dass es Probleme in der Partnerschaft gibt. Auch diese Erfahrungen sind in der Gruppe oftmals vorhanden.
SH: Supplementation- immer ein kritisches Thema. Was hälst Du hierbei für zwingend notwendig? Wie ist Deine Einstellung dazu?
MW: Es gibt ja Stimmen – auch aus der Ärzteschaft – die behaupten, das Thema wäre nicht so wichtig. Ein paar Vitamine A-Z würden ja ausreichen. Und dann stellt man sich als Betroffener und Laie hin und muss den Fachleuten erklären wo welche Vitamine aufgenommen werden und warum es z.B. mit Magenbypass eben nicht ausreicht nur normales Calcium zu nehmen sondern dass es wichtig ist Citrate zu nehmen. Es gibt 3 Hersteller, die Vitaminpräparate speziell für Magenoperierte herstellen. Die Dosierungen richten sich in der Regel an die Empfehlungen der ASMBS  . Alle die, die mir immer erzählt haben, dass sie keine Vitamine nehmen, weil alles gut ist, fallen nach 3-4 Jahren in einen Mangel. Calcium ist wichtig, da es in den Blutuntersuchungen nicht nachweisbar ist, ob ein Mangel besteht. Wenn im Blut Calcium fehlt holt sich das Blut das Calcium aus den Knochen und Zähnen.
Eiweiß ist wichtig, da ich ja toll in den ersten 12 Monaten abnehmen, aber eben auch Muskelmasse verliere. Bei den anderen Vitaminen sind A,D,E,K sowie B12 und B6 immer gerne genommen. Bei Eisen müssen gerade die Damen aufpassen. Einmal im Eisenmangel ist es schwer diesen in den Griff zu bekommen.
SH: Stell Dir vor es kommt eine Fee zu Dir, die Dir drei Wünsche erfüllt und zwar im Hinblick auf  a) Arzt (Hausarzt)- vielleicht magst Du da etwas differenzieren  
MW: Von den Hausärzten würde ich mir wünschen, Adipositas als Krankheit gesehen wird und die Betroffenen nicht mit „Essen Sie weniger“ oder „Nehmen Sie ab“ abgespeist werden.
Von den Fachärzten wünsche ich mir, dass sie ab und an auch auf das vertrauen, was die Patienten sagen. Ein „Das kann nicht sein“ hat sich schon oft als „Kann doch sein und ist so“ herausgestellt.
b)beratende Diätassistentin oder andere Ernährungsfachkraft
Ein alter Satz von mir in einem Raum voller Ernährungsfachkräfte war einmal „Die Diätassistentin ist der natürliche Feind des Adipösen“ Die fanden das nicht witzig. In den letzten Jahren hat sich die Qualität der Beratung immens verbessert. Es hat anscheinend ein Umdenken stattgefunden. Vereinzelt hat man noch ein paar Ausfälle, wo „Standard“ durchgezogen wird. Aber ich beobachte, dass die individuelle Beratung, mit fundiertem Wissen und einem psychischen Verhaltensansatz genau der richtige Weg ist
c) die Betroffenen selbst    
Ohh .. da kann noch noch zig Seiten schreiben. Ok …
Liebe Betroffene, die Ernährungsfachkraft ist NICHT Euer Feind. Seid offen zu ihr, was Euer Essverhalten angeht. Wenn ihr Euch mit dem Thema OP beschäftigt, denkt daran. Die OP ist nur die Krücke. Alles danach müsst ihr selbst machen. Nutzt die Hilfe die man Euch anbietet und seht Kritik als das was es ist. Eine Hilfestellung. Es ist nicht hilfreich, 2 Wochen nach OP eine Currywurst zu probieren. Und geht in eine Selbsthilfegruppe. Und falls die Gruppe nicht zu Euch passt, geht in eine andere.
Nutzt die Zeit des MMK um Euch auf die OP vorzubereiten und „nehmt“ Eure Partner mit. Redet mit ihnen. Auch für die ist es eine Umstellung und sie wissen nicht was passiert.
Zu guter Letzt. Die OP ist nur der Anfang eines langen Weges, Das Thema „Essen“ wird Euch Euer Leben lang begleiten. Und das wird Euch dann so 2 – 3 Jahre nach OP bewusst, wenn Ihr evtl. wieder Gewicht zulegt. Einmal adipös immer adipös. Klingt hart, sorry.
               

Ganz herzlichen Dank für die ausführlichen Antworten.