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Sonntag, 29. Juni 2014

"Wir möchten ja noch ein bisschen selbstständig bleiben"

Diesen Satz habe ich gestern von einer älteren Dame gehört.
Es ging darum, dass sie einen kleinen Unfall mit dem Fahrrad hatte und von ihrem Sohn wohl eine gute Ansage bekommen hat, dass sie  eigentlich schon zu alt wäre um mit dem Fahrrad zu fahren.
Und da kam dann dieser Satz aus der Überschrift.
Im Frühjahr diesen Jahres habe ich eine Fortbildung mitgemacht, in der es auch um das Thema "Alter" ging.
Nach dem letzten Vortrag wurde gefragt, wie Menschen überhaupt alt werden möchte.
Der Referent sagte daraufhin sinngemäß, dass die alten Menschen in ihre Wehwehchen hinein wachsen, damit lernen zu leben und auch lernen, damit umzugehen. Das Problem wäre die Generation danach, denn die hätten Verlustängste.
Was mir das Beispiel der alten Dame zeigt: Ihr Sohn hatte Angst um sie und hat wahrscheinlich deshalb so heftig reagiert.
Was zeigt mir das für die Beratung? Habe ich als Diätassistentin das Recht gerade  älteren Menschen eine neue Art des Essens vorzuschreiben, nur weil der Cholesterinspiegel zu hoch, der HbA1c-Wert nicht im Normbereich liegt?
Ist es da nicht sinnvoller zu schauen, welche Ressourcen vorhanden sind und diese gemeinsam mit den Klienten so zu modifizieren , dass es zu einem Erfolg kommen kann?
Ich arbeite so und mich interessiert,wie es Kolleginnen und Kollegen handhaben, vielleicht auch im Hinblick darauf, was der Arzt erwartet.
Bildquellenangabe: Manfred Schimmel  / pixelio.de

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