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Freitag, 12. Juni 2015

Erinnerungen:Der Einzug der Geschmacksverstärker

Vor einigen Tagen habe ich meine Mutter besucht und da sie nicht gerade um die Ecke wohnt, plane ich dafür immer den ganzen Tag ein. Wir haben in Erinnerungen geschwelgt und irgendwann kamen wir auch aufs Thema Essen, auf mein Lieblingsgericht, ein Spinateintopf, den nur meine Mutter kochen kann.
Aber wir haben uns auch an diverse Flaschen und Dosen erinnert, die auf einmal den Weg in den Küchenschrank gefunden haben. Meine Mutter sagte, dass es als enorme Erleichterung für die Hausfrau beworben wurde, alle Gewürze in einer Dose, für jedes Gericht das Passende.
Maggi , das war das Standardgewürz meines Vaters. In jede Suppe musste Maggi. Wenn er das heute bei mir machen würde, dann wäre ich beleidigt, denn er hat es in die Suppe getropft, bevor er überhaupt probiert hat. Es war seine Gewohnheit.
Dann war da auf einmal eine gelbe Dose mit der Aufschrift Aromat. Glutamat vom Feinsten und keiner hat sich aufgeregt. Es wurde genutzt wir Salz.
Danach gab es vier gelbe Dosen mit der Nummer 1-4. Dazu finde ich jetzt keine Infos mehr. Ich kann mich nur daran erinnern, dass jede Dose für ein bestimmtes Gericht, für eine bestimmte Würzung von Fleisch gedacht war.
Und natürlich die ersten Fertigsuppen. Im Bekanntenkreis meiner Eltern war ein Außendienstmitarbeiter von Knorr, der immer fleißig mit Produktmustern versorgt hat.
Das Highlight für uns Kinder war ein Beckenbauer-Löffel, den ich heute noch habe.
So haben langsam aber sicher die Geschmacksverstärker in den 60er den Einzug in die Haushalte gefunden. Und keiner hat sich aufgeregt, es war angeblich eine Erleichterung.
Mittlerweile haben sich die Zeiten wieder geändert. Die "normalen" Gewürze haben den Platz im Küchenschrank wieder gefunden. Aber es war schön, auch mal wieder in Erinnerungen zu schwelgen.
Wer sich ebenfalls noch erinnert, darf gerne einen Kommentar hinterlassen.
Bildrechte: S. Hagedorn

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