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Sonntag, 11. Juni 2023

fortgebildet: Lipödem in der Ernährungsberatung

 Ich habe schon einige Male über meine Erfahrungen bei Frauen mit Lipödem berichtet, hier findet Ihr den jüngsten Beitrag, wobei der auch schon wieder einige Zeit zurückliegt.

Wenn Ihr in die Suchfunktion geht werdet Ihr noch weiter fündig.

Für mich war es jetzt an der Zeit endlich mal eine Fortbildung zu besuchen, da ich immer häufiger Frauen in der Beratung habe, die mit einem Lipödem als Nebendiagnose kommen. Vielen wird eine bariatrische Operation empfohlen, wobei ich dieser Art des Abnehmens bei diesen Frauen sehr kritisch gegenüberstehe. Aber es geht um mein Gegenüber. Sie muss die Entscheidung treffen und ich begleite dabei.

Ich habe schon oft geschrieben oder auch gesagt, dass es sehr disziplinierte Frauen sind, die oft lange auf ihre Diagnose gewartet haben oder erst im beratungsgespräch merken, dass ein Besuch beim Phlebologen sinnvoll sein kann.

Ich möchte diese Frauen gerne gut begleiten und beraten, deshalb habe ich über Freiraum- Seminare ein Seminar mit Sonja Mannhardt gebucht.
Ich lerne gerne von denen, die zuerst mit einem Thema "auf den Markt" kommen, denn ich weiß, dass diese Referenten und Referentinnen sich oft in dieses Thema "verbeißen", was ich aber positiv bewerte. Ich mache das mit meinem Thema "Wecheljahre" ja auch.😉
Sonja (wir kennen uns schon ewig) hat uns zuerst mal medizinisches Wissen mitgegeben. Das ist nötig um dann in der Ernährungsberatung Zusammenhänge gut erklären zu können.

Im Ernährungsteil war ein bisschen Ernüchterung angesagt, denn es gibt keine spezielle Ernährungsweise, die das Lip-Fett zum schmelzen bringt. 

Ich als Ernährungsfachkraft habe aber die Möglichkeit aufzukären, warum Stressmangement so wichtig ist, ich kann gemeinsam mit der Klientin verhindern, dass sie adipös wird, dass sie vor lauter verzweiflung in eine Essstörung rutscht. Ich kann sie aber auch in der Richtugn entlasten, dass sie für das Lip-Fett nichts kann. Es ist nicht ihre Schuld.
Diese Frauen schämen sich oft, weil ihre Beine, Arme oder zum Teil auch der Bauch nicht der vermeintlichen Norm entspricht.
Wer bestimmt, was die Norm ist? Sonja hat uns da noch ein paar Dinge aus der Evolution als Gedankenfutter mit auf den Weg gegeben.

Ich wünsche mir einfach, dass Frauen, die oben schmal sind und unten breiter werden (das ist so ein Symptom an dem ich ein Lipödem erkennen kann) sich schnellstmöglich um sich kümmern, damit sie nicht in die Jojo-Falle tappen, was das Lipödem verschlechtert. Es gibt auch Zeiten der hormonellen Umstellung, die das Lipödem negativ beeinflussen.
Es gibt so Einges, was ich für diese Frauen unterstützend tun kann. Das hat mir diese Fortbildung gezeigt.



Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Sonntag, 23. Januar 2022

Wenn der Arzt etwas anderes möchte als der Patient…

 …dann kann es schwierig werden. Ich gebe Euch ein kurzes Update zu meiner Patientin von der ich hier schon einmal berichtet habe.
Sie ist bei einem Arzt in Behandlung, der sehr gerne die bariatrischen Operationen empfiehlt.
Gut, dieser Arzt kann sehr gute Erfahrungen mit diesen Op´s bei den Patient*innen gemacht haben, aber wenn jemand, so wie meine Patientin in dieser Operation so absolut keinen Benefit sieht, dann sollte das respektiert werden.
Diese Frau hat mir eine Sprachnachricht geschickt. Was ihr da innerhalb von 5-10 Minuten (so lange oder so kurz war der Termin beim Arzt) das war schon krass.
Sie würde die Gewichtsabnahme ohne Operation sowieso nicht schaffen. Woher weiß dieser Arzt das?

 
Ihr Ernährungstagebuch würde Lücken aufweisen. Die Süßigkeiten fehlen. Das ist für mich erst einmal eine Unterstellung.


Wenn Ihr den vorherigen Post noch einmal lest, dann werdet Ihr feststellen, dass sich diese Frau immer noch in der Schublade befindet, aus der sie eigentlich raus möchte. Es sind immer noch die gleichen Vorurteile übergewichtigen /adipösen Menschen gegenüber.


Meine Patientin kann ihre Gewohnheiten nur langsam umstellen.
Daran arbeiten wir gerade. Außerdem steht noch die Diagnostik vom Phlebologen aus, ob sie eventuell ein Lip- und/oder Lymphödem hat. Dieses krankhafte Fett wird durch die Operation wahrscheinlich sowieso nicht verschwinden.
Noch einmal mein Appell: Schaut und hört bitte genau hin!




Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

Sonntag, 9. Februar 2020

Die Sache mit dem Lipödem



Bis vor einigen Wochen war ich noch der Meinung, dass ich Klientinnen mit Lipödem nicht helfen kann.
Ich habe eine Anfrage wegen einer Beratung bekommen und da diese Thematik in mein  Thema „Frauengesundheit“ passt habe ich mich mit Kolleginnen ausgetauscht von der eine auch selbst von einem Lipödem betroffen ist.
Wer weiß besser da besser Bescheid.
Ich habe mich dann auch an ein Buch erinnert, dass mir von Facebook immer wieder „gezeigt“ wurde, nämlich das Buch von Isabel García Lipödem - Ich bin mehr als meine Beine(*Affiliate-Link) .
Ich habe aus allen meinen Quellen ganz viel zusammen getragen, wobei mir auch bestätigt wurde, dass es keine Studien oder Fachliteratur zum Thema gibt.
So bin ich zum Beratungstermin gefahren.
Auf dem Küchentisch lagen ganz viele Ernährungsratgeber von gerade total angesagt bis antiquiert.
Das hat mir schon einmal gezeigt, wie viel vom Thema „Ernährung“ erwartet wird.
Ich habe einfach mal erzählen lassen, habe abgefragt, was am Tag gegessen und getrunken wird. Superfoods- ein großes Thema. 
Da standen kleinkistenweise Gojibeeren, Chiasamen, Kurkuma und noch vieles mehr.
Aus meiner Recherche wusste ich, dass ich gegen das Lipödem selbst nicht viel machen kann, aber ich weiß, dass es wichtig ist, sich um das überschüssige Gewicht zu kümmern bzw. darum, dass das Gewicht gehalten wird.
Dieser Klientin konnte ich auch anhand ihrer Diätenkarriere verdeutlichen, dass sich das Lipödem immer verschlechtert hatte, wenn sie radikal abgenommen hatte und danach wieder zugenommen hat.
Ich als Diätassistentin kann also etwas tun. Wichtig schien auch zu sein, dass mal jemand zuhört und eine Rückmeldung gibt. 



Es handelte sich um eine dankbare Klientin, dankbar in dem Sinn, dass ich nicht viel über Essen und Trinken reden musste. Da war diese Frau topfit.
Es hat sich für mich gelohnt mich in diese Thematik einzuarbeiten, auch wenn es in diesem Fall etwas mehr Zeit war als in die gängigen Themen wie Adipositas oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Ich bleibe da am Ball.
Euch wünsche ich einen schönen Sonntag ohne Sturmschäden.


Bild von Mabel Amber, still incognito... auf Pixabay
Abonniert gerne meinen Blog, dann verpasst Ihr garantiert keinen Beitrag. ;-)

Es war garnicht so einfach ein einigermaßen passendes Foto auf den ensprechenden Seiten zu finden. Überall nur makellose Beine. 

Samstag, 18. November 2017

Vortrag: "Schwere und geschwollene Beine? Ödemtherapie aktuell"

Bis gestern abend war für mich nicht klar ob ich zu diesem Vortrag fahre oder nicht. Heute morgen habe ich mich dann entschlossen: Los geht´s!
Vor einigen Wochen habe ich über Facebook von dieser Vortragreihe erfahren und auch gesehen, dassdie  Kollegin Yvonne Matthei, bei der ich bereits die Schulung für JobFood gemacht habe, einen Vortrag zum Thema hält. Also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:Ernährungswissen aufgefrischt und aufgepeppt und eine liebe Kollegin getroffen.
Veranstaltungsort war das Gesundheitszentrum in Gemen mit Heiden & Dömer
Lip- und Lymphödem, dass ist eine Diagnose, die viele Frauen betrifft , aber bis es zur Diagnose kommt vergeht oft eine lange Zeit. Meist wird gesagt: Sie müssen abnehmen!
Aber beides hat nicht viel mit Übergewicht zu tun. Kalorien zu reduzieren hilft meist nicht.
Aber diese Patienten mit ihrer Diagnose alleine zu lassen ist auch nicht schön.
Ein bisschen kann im Ernährungsbereich unterstützend  getan werden. Und diese kleinen Bausteine sollte man individuell nutzen.
Ernährungstherapie über eine Notwendigkeitsbescheinigung beim Lip- oder Lymphödem gibt es nicht.
Entzündliche Prozesse führen zu Wassereinlagerungen. Das muss bei dieser Diagnostik  nicht noch gefördert werden. Antientzündliche Kost ist da ein Thema, mit dem ich als Diätassistentin unterstützen kann. Kochsalz, ein Stoffe, der Wasser bindet. Auch diesen Aspekt im Auge behalten. Ausreichend trinken, auf die Darmgesundheit achten.
Und achtsam mit sich umgehen!
Es gibt also doch etwas, was getan werden kann.
Und ein Kompliment muss ich der Kollegin aussprechen. Die Technik hat zum größten Teil versagt.
Für einen Referenten gibt es nicht Schlimmeres, als wenn die erarbeiteten Folien nicht richtig angezeigt werden. Das hatte Yvonne sehr gut im Griff.
Und die Praxis kam auch nicht zu kurz. Schnell hatte sie einen grünen Smoothie gezaubert und es gab selbstgemachtes Knäckebrot (sehr ballaststoffreich) mit einem Quark mit Kurkuma.
Rezepte habe ich, werde ich testen.
Es hat sich dann doch gelohnt, dass ich heute morgen losgefahren bin. :-)
Ich bitte die Fotoqualität zu entschuldigen. Ich bin keine begnadete Handyfotografin. ;-)

Update vom19.11.2017
Wer sich für die Leitlinie bei Lipödem interessiert und die Therapiemöglichkeiten, der klicke bitte hier. (ab S. 10) Ernährungstherapie ist dann ein  Thema wenn zusätzlich  Übergewicht besteht

Donnerstag, 5. Juli 2012

Vortrag zum Thema Lipödem

Gestern abend war ich eingeladen in einer SHG einen Vortrag  zum Thema Lipödem zu halten. Wer mich kennt, der weiß, dass Frontalvorträge so absolut nicht mein Ding sind. Ich halte es meist so: Kurzer Impulsvortrag und dann in den Austausch.
Was mir gestern wieder bewusst geworden ist: Diese Frauen tragen ein Problem mit sich herum, dass in der Öffentlichkeit als Dicksein oder sogar Adipositas gesehen wird, was es aber nicht ist. Es ist eine Krankheit bei dem die Fettzellen krankhaft verändert sind. Die Damen können nichts dafür. Ich würde behaupten: Ganz im Gegenteil: Bis es zur Diagnosestellung kam, sind teilweise Jahre verstrichen und immer kam der Hinweis: "Nehmen Sie ab." Das funktioniert aber nicht so einfach und so sind sie von einer Jojofalle in die nächste getappt.
Was das Thema Diäten angeht: Ich musste nicht viel erzählen.
Bei mir ging es dann letztendlich darum, sich selbst  etwas Gutes zu tun (auch beim essen) und lernen sich mit der Krankheit zu akzeptieren.
Ich weiß, das ist nicht leicht und ich habe gut reden. Aber ich hatte das Gefühl in den fast 2,5 Stunden etwas angestoßen zu haben, Betroffene in ihrer Meinung bestätigt zu haben.
Für mich war es ein schöner Abend. Und wer sich für die Selbsthilfegruppe in Borken interessiert, der findet hier weitere Infos.
Logo der SHG Hautnah