MünsterBLOG

Gelistet bei:


Donnerstag, 26. März 2015

(Gelernte) Kommunikation ist mehr...



Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit mich mit einem Pharmareferenten zu unterhalten. Erster Eindruck? Sehr von sich überzeugt, etwas „aufgeblasen“.
Im Gespräch kamen wir auf meinen Beruf zu sprechen und über die Beratungstätigkeit, die aktuellen Themengebiete. Small- Talk halt. Irgendwie drehte sich das Gespräch dann aber in eine Richtung, die mir nicht behagte, die mir auch gezeigt hat, dass ich und wahrscheinlich viele Mitglieder meiner Berufsgruppe eine Sache nicht beherrschen: Sich so zu verkaufen, dass der Arzt gar nicht anders kann als uns mit ins Boot zu holen ( Hierbei bestätigen natürlich Ausnahmen die Regeln)
Pharmareferenten werden geschult, wie ein Gespräch laufen muss, wie ein Gesprächspartner quasi wiedereingefangen wird, wenn er in eine andere Richtung möchte und was er auch wohl eingebleut bekommt: 
 Ernährungsberatung, Ernährungsumstellung bringt sowieso nichts!

Wenn dieser Pharmareferent seine Ärzte regelmäßig aufsucht, ihm regelmäßig im Gespräch erklärt, dass Ernährungsberatung nichts bringt, dann weiß ich aus meiner Arbeit bei Klasse 2000, dass da Verknüpfungen im Gehirn erstellt werden, so dass der Arzt  nachher gar nicht mehr an Ernährungsberatung denkt sondern sofort an die Tablette gegen das „Leiden“ des Patienten.
Es geht ums Geld, das hat mir dieses kurze Gespräch gezeigt. Und die Pharmakonzerne sind sehr interessiert daran ihre Leute so zu schulen, dass sie die GesprächsFÜHRUNG so beherrschen, dass  der Arzt sich keine Gedanken mehr macht, ob es Alternativen zu den Pillen gibt.
Wir Diätassistenten sollten uns Gedanken machen, was wir dem Arzt liefern können, ihm den Nutzen  unserer Arbeit aufzeigen.Deshalb ist eine gute Dokumention Pflicht.
Eine Notwendigkeitsbescheinigung ist budgetneutral, die Beratung kostet den Arzt nichts, aber Erfolge lassen sich meist schon an Veränderungen der Laborwerte erkennen, die sowieso abgenommen werden.
Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Wir brauchen Medikamente, aber immer? Oder ist das verändern der Ernährung zu einfach bzw. kann damit nicht genug Geld verdient werden?
Bildquellenangabe: Wilhelmine Wulff  / pixelio.de 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen