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Mittwoch, 4. März 2015

Der Umgang mit unserer (Lebens-) Zeit

Die Wartezimmer der Ärzte sind im Moment mehr als voll, denn die Grippewelle hat uns fest im Griff. In solchen Situationen kann ich verstehen, dass ich mit Wartezeiten trotz Termin rechnen muss. Ein fiebriges Kleinkind geht auch für mich vor.
Mir geht es um das Zeitmanagement, über das ich in der vergangenen Zeit oft  durch Klienten höre, das ich aber auch am eigenen Leib verspürt habe: Fachärzte.
Termin beim Gastroenterologen, beim Gynäkologen, beim Orthopäden..
Zuerst einmal eine Wartezeit zum ersten Termin mal locker drei Monate. Patient fährt frühzeitig los um zum abgesprochenen Termin in der Praxis zu sein:
"Bitte nehmen Sie noch einen Augenblick im Wartezimmer Platz." bekommt man dann häufig durch die Dame hinter dem Tresen zu hören.
Und dann sitzt man 10 Minuten, 20 Minuten, der Stuhl wird immer unbequemer und es kribbelt so langsam in der Bauchgegend, denn da geht jemand mit meiner Zeit nicht sorgfältig um. Dann wird man endlich aufgerufen und ist nach fünf Minuten wieder draußen. Eventuell mit einem neuen Termin, der einem schon im Vorhinein Bauchschmerzen macht.
Mir erschließt es sich nie richtig, warum es zu diesen langen Wartezeiten kommen muss. Es muss doch Erfahrungswerte seitens der Arztpraxen geben, so dass man die Patienten/Klienten so einbestellen kann, dass die Wartezeit nicht zu lange dauert.
Ich erinnere mich da an einen Satz eines Professors:" Mir ist es lieber, dass Wartezimmer ist voll und ich kann durcharbeiten. Leerlauf  möchte ich nicht."
Wie wird da mit einem wichtigen Gut umgegangen, nämlich unserer Lebenszeit? Kein Wunder, dass Ärzte, die über ein gutes Zeitmanagement verfügen immer mehr Zulauf gekommen. Es ist ein Zeichen von Wertschätzung.
Aber solange wir als Patienten das hin nehmen und nicht gehen, weil das Warten auf einen neuen Termin wieder so lange dauert, wird sich bei vielen Ärzten nichts ändern.
Eure Meinung?


Bildquellenangabe: FotoHiero  / pixelio.de


1 Kommentar:

  1. Hallo liebe Susanne,
    ja, deine Erfahrungen kann ich unbedingt teilen und das ungute Gefühl, das dann zwangsläfuig auftaucht, haben wir bestimmt nicht alleine. Wie gehen wir mit unseren Patienten um? Sicher ganz anders.
    Aber ich meine, es gibt auch Wartezeiten, die ich akzeptieren kann. Nämlich dann wenn eine wertschätzende Erklärung/Entschuldigung gegeben wird. Die Menschen sind keine Maschinen und passen mit ihrer Persönlichkeit nicht immer in ein bestimmtes Zeitraster. Eine clevere Praxisorganisation sollte das aber ausgleichen können. Ich erinnere mich an eine Wartezeit in einem Krankenhaus. Es gab eine Entschuldigung, ein Gutschein für eine Tasse Kaffee. Als der Arzt dann zur Verfügung stand, gab es eine Lautsprecherdurchsage. Ich hätte auch nicht gewollt, dass der Arzt bei mir eine OP beendet, nur weil es Termindruck gibt. Aber in solch einer Einrichtung fühlt man sich willkommen. Der Eindruck verstärkt sich dann auch meistens noch im Behandlungsgespräch.
    Liebe Grüße
    Ursula

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