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Freitag, 4. November 2016

fortgebildet: Lebererkrankungen...

...und Ernährung. Update 2016
an der Praxishochschule Campus Rheine.
Es war eine kleine, aber sehr feine Fortbildung zum Thema "Lebererkrankungen". Vier gute Vorträge, alle praxisnah und auf keinen Fall langweilig.
Immer öfter kommen Klienten mit der Zuweisung "nichtalkoholische Fettleber" oder einer anderen Indikation plus erhöhten Leberwerten in die Beratung und da kann eine Umstellung der Ernährung hilfreich sein.
Den Anfang machte  Dr. rer. nat. Cordula Siegmann-Thoss und ihrem Vortrag
Die Leber – das Chemielabor in unserem Körper
Es war ein Grundlagenvortrag, der vermittelte, wann und warum was in  der Leber passiert.Die Leber hat zwei Ziele: Der Blick auf den Gesamtorganismus und auf sich selbst. Sie sorgt für eine kontinuierliche Versorung trotz einer nicht kontinuierlichen Nahrungsaufnahme.
Die Leber arbeitet "selbstlos". Sie nimmt immer das, was übrig bleibt.
Bei mir kam bei dieser Beschreibung das Bild einer Hausfrau aus (hoffentlich) früheren Zeiten hoch. Zuerst die Kinder und der Ehemann und dann sie selbst. ;-)
Wenn die Leber schon selbstlos arbeitet, dann sollten wir sie gut pflegen.
Vortrag Nr. 2 hielt Dr. med. Frank Holtkamp-Endemann.
Keynote Lecture
Ernährungsmedizinisch relevante Lebererkrankungen
Also welche Lebererkrankungen sind ernährungsmedizinisch zu beeinflussen.
An erster Stelle bei den Lebererkrankungen stehen die alkoholische und nichtalkoholische Fettleber.
Im Blick sollte man ebenfalls die chemotherapieassoziierten Lebererkrankungen haben.
30% der Allgemeinbevölkerung hat eine Lebererkrankung (zum Teil ohne es zu wissen). Es ist oft ein Zufallsbefund. Rauchen ist ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor und die (nichtalkoholische) Fettleber ist ein Vorläufer eines Diabetes mellitus.. Es sollte bei der Diagnose immer ein Screening auf Diabetes erfolgen.
Im dritten Vortrag hat die Kollegin Birgit Blumenschein die Aktuellen Ernährungsaspekte unter die Lupe genommen. Das, was ich und nicht nur ich vor zig Jahren gelernt haben, nämlich bitte kein Eiweiß bei Lebererkrankungen, das ist passé. Ganz im Gegenteil: Der Eiweiß-, aber auch der Fettbedarf sind erhöht.
Birgit Blumenschein ist Praktikerin.
Sie rechnet aus, was die ganzen Prozentangaben zur Nährstoffversorgung auf dem Teller bedeuten. Was  bedeuten die Eiweißempfehlungen in Gramm Lebensmitteln auf dem Teller.
Der letzte Vortrag wurde von Prof. Smollich gehalten. Der Name könnte aus  meinem Pharmakologieseminar noch präsent sein.
Sein Thema:Hepatische Nebenwirkungen von Medikamenten:Management in der Praxis
Dass viele Medikamente nicht gerade leberschonend sind, das wusste ich bereits.
Das Hauptaugenmerk lag bei den sog. pflanzlichen Arzneimitteln. Im Kreise der Zuhörer war viel Erstaunen festzustellen.
Das Schöllkraut in Iberogast, Cimicifuga im Remifemin, Pelargonium in Umckaloabo... Es sind alles pflanzliche Stoff, die eine Wirkung, aber auch Nebenwirkungen haben. Also aufpassen und nicht einfach mal inflationär nehmen, nur weil es pflanzlich ist. Prof. Smollich versucht immer zu sensibilisieren, dass einfach genauer und kritischer hingeschaut wird.
Dann noch das Thema Zimt. Ist ja in der Vorweihnachtszeit aktuell.Zimtsterne- für Kinder sehr kritisch. Warum? Weil kein echter Zimt enthalten ist sondern das Cumarin. Also selbst backen mit Ceylon Zimt (Zutatenliste lesen). Und diejenigen, die Zimtkapseln zur Verbesserung des Diabetes nehmen- ebenfalls Achtung!
Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, die Vorträge auf einem hohen Niveau.
Liebe Veranstalter: Weiter so!


P.S. Das war übrigens die letzte Fortbildung in diesem Jahr. Es hat sich etwas "geknubbelt" in den letzten Wochen, aber ich möchte keine einzige Veranstaltung missen.
Bildrechte: FET e.V.


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