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Samstag, 25. März 2017

Ernährungsmythen - wenn nötig vom Teller gefegt Teil 2

Heute kommt der Nachtrag zum. 3.Rheinenser Ernährungstag, den ich versprochen hatte, allerdings doch abgespeckter, als ich es mir vorgenommen habe.
Warum? Nachdem ich das erste Thema  gehört habe, rotierten so viele  Gedanken im Kopf und zu den nächsten Vorträgen habe ich mir einfach zu wenige Notizen gemacht um das Ganze korrekt für Euch in Form zu bringen.
Ich habe mich mit einem Thema „Milch macht starke Knochen“ getan etwas schwer getan, weil das Gehörte halt das massiv verrückt, was bisher landläufige Meinung war.
Birgit Blumenschein und Dr. Siegmann-Thoss haben sich weiterer Ernährungsmythen angenommen.
Frau Siegmann Thoss hat das Thema aus dem Blickwinkel der Biochemikerin (Theorie) betrachtet, Birgit Blumenschein aus der Sicht der Diätassistentin (Praxis).Teamteaching finde ich ganz spannend. Es wird nicht langweilig.
Ich möchte Euch heute nur meine Notizen zusammengefasst vorstellen und zwar zum Thema „Milch macht starke Knochen“. Umdenken ist angesagt.



Milch ist das Lebensmittel, das  immer dann beworben wird, wenn es um Knochengesundheit geht. So weit, so gut.
Ein paar Fakten:
Wir nehmen ca. 800 mg Calcium auf und davon werden nur 300 mg aus dem Darm aufgenommen (resorbiert).
45% des Calcium im Blut sind wirklich frei und aktiv, der Rest liegt in gebundener Form vor.

Phosphat ist ein Mineral, das gerne Calcium an sich bindet und je höher der Phosphatgehalt im Blut, umso weniger ist frei verfügbar.
Wenn dem Körper jetzt wenig freies Calcium zur Verfügung steht, dann geht es an die Speicher. Wo wird  Calcium gespeichert? In den Knochen. Wenn ein Calciummangel vorliegt, dann werden diese Reserven angezapft. So, klingelt es schon?
Dann beeinträchtigt ein durchschnittlicher Eiweißverzehr die Säurelast, das bedeutet wir haben es mit einer chronisch, latenten  geringfügigen Übersäuerung zu tun. Diese Übersäuerung führt  auch zur „Entkalkung“ des Knochens.
Woraus besteht Milch (bezogen auf 100 ml) ? Neben den Hauptnährstoffen Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten (größter Anteil!) aus Wasser und den Mineralien Calcium mit 120 mg und Phosphor mit 92 mg. Wir wissen , dass Phosphor gerne Calcium bindet. Wenn wir uns das Verhältnis Calcium: Phosphor anschauen? Danach wird das meiste Calcium durch Phosphor gebunden! Was heißt das dann für die Knochengesundheit?
                  Milch ist zur Frakturprophylaxe nicht geeignet!!!

Was tun? Wir müssen zurückgreifen auf calciumreiche Mineralwasser (> 250 mg Ca/l), dann gibt es noch calciumreiche Gemüsesorten (Grünkohl, Spinat, Brokkoli) und auch Nüsse und Samen  (z.B. Sesamsamen).

Und: Wichtig ist auch, den Phosphatgehalt in der Ernährung, soweit es geht, gering zu halten.
Ich freue mich jetzt auf eine Diskussion. Hätte ja dann doch etwas von einer „Ernährungsrevolution“
Und jetzt ist es an mir und meinen Kollegen und Kolleginnen das neue Wissen in die Praxis zu bringen.





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